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„Zum Einkaufen und Tanken nach Frankreich“
Von der Kostenexplosion der Energiepreise bleiben die Franzosen weitestgehend verschont. Premierministerin Elisabeth Borne hat angekündigt, dass der Preisdeckel für Strom und Gas über die Jahreswende hinaus verlängert wird. Für die Haushalte, die einen staatlich regulierten Tarifvertrag unterschrieben haben, wird die Preissteigerung von Januar 2023 an höchstens 15 Prozent betragen.
Ohne Deckel würden die Heizkosten für einen Haushalt um 200 Euro im Monat klettern. Mit Deckel sollen es lediglich 25 Euro sein, rechnete die 61 Jahre alte Regierungschefin vor. Sie betonte, dass andere Europäer viel stärker unter der Preisexplosion litten. „Sie ist bereits die Realität von zig Millionen Haushalten in Großbritannien, Italien und Deutschland“, sagte Borne. „Frankreich ist das Land in Europa, das seine Bürger am besten geschützt hat“, sagte sie.
Annähernd 40 Prozent der einkommensschwächeren Haushalte sollen zudem zum Jahresende wie bereits im Vorjahr einen Energie-Scheck erhalten. Die Höhe betrage je nach Einkommen 100 oder 200 Euro. Frankreich hat im August mit 6,6 Prozent eine niedrigere Inflationsrate als Deutschland verzeichnet. Zurückzuführen ist das vor allem darauf, dass sich die Regierung schon im vergangenen Herbst entschlossen hatte, die steigenden Energiepreise auszubremsen.
Hohe Tankrabatte in Frankreich
Die Preisunterschiede führen inzwischen zu einem intensiven Einkaufstourismus im grenznahen Gebiet. Reportagen im französischen Fernsehen zeigen dieser Tage Deutsche mit vollen Einkaufswagen in französischen Supermärkten im Elsass und in Lothringen.
Sehr verbreitet ist auch der Tanktourismus. Frankreich hat den Treibstoffrabatt zum 1. September auf 30 Cent pro Liter erhöht. Private Anbieter wie Total Energies haben noch 20 Cent pro Liter Ermäßigung darauf gepackt. Das führt dazu, dass sich beispielsweise in der Nähe von Saarbrücken an den französischen Tankstellen regelmäßig lange Schlangen deutscher Autofahrer bilden. „Im Laufe des Tages müssen viele Tankstellen schließen, weil sie nicht genügend Reserven haben und auf Nachschub warten“, sagt Christophe Arend, der langjährige Ko-Vorsitzende der deutsch-französischen parlamentarischen Versammlung aus Forbach.
Auch sein eigenes Einkaufsverhalten habe sich geändert. „Früher fuhr ich oft zum Einkaufen nach Deutschland rüber, jetzt kaufe ich in Frankreich ein“, sagt Arend, der fortan die saarländische Vertretung in Frankreich leitet. Er hat einen deutsch-französischen Austausch dazu angeregt, wie sich nationale Preisbremsen und Rabatte auf den gemeinsamen deutsch-französischen Grenzraum auswirken.
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