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#Zverev fehlt die Energie

Alexander Zverev hat im Halbfinale von Paris nicht geschrien. Das ist eine gute Nachricht und zugleich eine schlechte. Das Gute daran ist, dass der deutsche Tennisprofi die Runde der letzten vier überstanden hat, ohne sich arg zu verletzten; anders als im vergangenen Jahr bei den French Open, als er gegen Rafael Nadal umknickte und sich einen mehrfachen Bänderriss im Sprunggelenk zuzog. Das Schlechte an Zverevs ausgebliebenem Gebrüll: Es war am Freitagabend um 21.18 Uhr ein Zeichen, dass er sein Halbfinale gegen den Norweger Casper Ruud verloren hatte. Schreit er doch normalerweise nach umkämpften Matches stets seine Freude heraus. Doch nach dem 3:6, 4:6, 0:6 gegen den Weltranglistenvierten fehlte dem Olympiasieger dafür die Energie, so wie zuvor in den 2:09 Stunden Spielzeit. In Erinnerung blieb ein müdes Winken.

Zverev hat im Halbfinale lange Zeit nicht viel falsch gemacht, aber Ruud fast alles besser. Das sechste Match in zwölf Tagen war zu viel gewesen für den Deutschen. Mental wirkte er müder als bei seinen vorherigen Runden, zudem machte ihm eine leichte Oberschenkelzerrung zu schaffen, die er im Training erlitten hatte. Am Freitag litten am Ende viel Zuschauer auf dem Court Philippe-Chatrier mit dem Hamburger, wenn auch anders als vor einem Jahr.

Ruud trifft nun im Endspiel von Paris auf Novak Djokovic, der im ersten Halbfinale des Tages den angeschlagenen Weltranglistenersten Carlos Alcaraz 6:3, 5:7, 6:1, 6:1 besiegte. Den Spanier plagten vom zweiten Aufschlagspiel im dritten Satz an Krämpfe im linken Bein, er konnte sich nur noch eingeschränkt bewegen. Zweimal hatte der Halbfinal-Freitag Elektrisierendes versprochen, aber am Ende herrschte eine Stimmung wie nach doppeltem Stromausfall. Alcaraz und Zverev fehlte die Energie des Körpers – mit Auswirkung auf den Geist. „Gegen Ruud muss man sich richtig gut bewegen, das konnte ich nicht. Dadurch wird mein Spiel hektischer, dann versuche ich Dinge auszuprobieren, bei denen ich mich normalerweise nicht so wohl fühle.“

Während Djokovic nun am Sonntag um den 23. Grand-Slam-Titel und den alleinigen Rekord spielt, geht es für Ruud ums erste Mal (live auf Eurosport von 15 Uhr an). Zwei vergebliche Anläufe hat er schon hinter sich. Bei den French Open des Vorjahres scheiterte er letztlich an Nadal, bei den US Open an Alcaraz im Finale.

Ruuds gefürchtetes Sandplatztennis

Für Zverev war es dagegen nur ein schwacher Trost, dass er sein sechstes Match bei den diesjährigen French Open heil überstand. Der Traum vom ersten Grand-Slam-Titel bleibt weiter unerfüllt, selbst ein zweites Endspiel nach jenem von 2020 bei den US Open blieb ihm verwehrt.

Gegen Ruud bekam Zverev meistens nur dann Zugriff aufs Geschehen, wenn sein erster Aufschlag im Feld landete. War dies nicht der Fall, zog der 24-jährige Norweger jenes gefürchtete Sandplatztennis auf, das er in Oslo gelernt und in der Akademie von Rafael Nadal auf Mallorca verfeinert hat. Zverevs Versuche, im Gegenzug zu attackieren, stießen auf starken Widerstand.

An Chancen, dem Match eine etwas andere Wendung zu geben, mangelte es nicht: Beim Stand von 3:5 aus seiner Sicht hätte Zverev dem Gegner den Aufschlag abnehmen und zurück ins Spiel kommen können, setzte eine Vorhand jedoch ins Aus. Noch verheerender seine Fehler bei der 2:1-Führung im zweiten Durchgang: Zverev hatte drei Breakchancen nacheinander, vergab sie aber allesamt – die letzte, indem er einen einfachen Stoppball aus nächster Nähe ins Netz schlug. Ein Aufschlagverlust im zweiten und drei im dritten Satz bedeuteten für Zverev den Abschied aus Paris.

Der Super-Freitag bleibt Paris verwehrt

Der Super-Freitag war vorher das Vielversprechendste, was die French Open bis Tag dreizehn zu bieten hatten. Wer von dem Bohei animiert wurde und sich von schwülheißen 29 Grad Celsius und mittlerer Gewitterwarnung in Paris nicht abhalten lassen wollte, konnte sein Glück auf den letzten Drücker versuchen. Schwarzhändler rund um Roland Garros hatten am Freitagmittag noch Tickets zu gepfefferten Preisen vorrätig – zumindest taten sie so.

Aber wie das halt so ist: Je höher die Erwartungen, desto größer das Risiko von Enttäuschungen. So war schon der Schlagabtausch zwischen Djokovic und Alcaraz nach zwei umkämpften Sätzen und zweieinhalb Stunden Spielzeit so gut wie gelaufen. Beim Stand von 1:1 im dritten Satz erlitt der junge Spanier, der deutlich aufwendiger agierte als der Serbe, Krämpfe im linken Bein. Aufgeben wollte der 20-Jährige nicht, obwohl er sich kaum bewegen konnte, und versuchte es mit schnellen Schlägen und Stoppbällen – erwartungsgemäß ohne Erfolg.

Djokovic behielt weitgehend die Nerven, machte sich aber keine Freunde, als er trotz deutlicher Führung gegen den angeschlagenen Alcaraz Punktgewinne bejubelte, als stünde das Match auf des Messers Schneide. Pfiffe und Buhrufe waren sogar noch bei seiner Siegeransprache auf dem Court Philipp-Chatrier zu hören, als Djokovic dem Spanier hinterherrief: „Er ist noch jung genug und wird hier noch oft den Titel gewinnen.“ Alexander Zverev ist auch erst 26.

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