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„Sichtbar machen“ lautet das Ziel, das sich Alexander Wieczerzak für den Judosport vorgenommen hat. Und für seine wichtigsten Protagonisten, die potentiellen Olympioniken in Los Angeles 2028. „Je kleiner die Sportart“, so seine Erkenntnis, „desto mehr musst du dich anstrengen, um gesehen zu werden.“
Der 34 Jahre alte Wieczerzak war selbst Judo-Weltmeister, 2017 in der 81-Kilogramm-Klasse. Er hat einen Bachelor in Betriebswirtschaft vorzuweisen, und er strotz vor Energie und Begeisterungsfähigkeit. Auf diese dreifache Kombination setzte Johannes Karsch, Vorstand im Deutschen Judo-Bund (DJB), als er Wieczerzak fragte, ob er mithelfen wolle, dem DJB neue Impulse zu geben – und frisches Geld zu generieren. Wieczerzak wollte; nun darf er sich „Head of Sponsoring & Partnership“ nennen. Der Titel klingt nach Big Business, doch Wieczerzak geht seine Aufgabe bei aller Freude bescheiden an, ehrenamtlich.
„Ich versuche, etwas zurückzugeben“, sagt er und meint damit den Judosport, der sein bisheriges Leben bestimmt hat. Der ihn auch persönlich mit all seinen traditionellen Werten prägte. Respekt, Teamgeist, Mut und Verantwortungsgefühl sind Säulen, die ihn tragen. Dazu Disziplin und Durchhaltevermögen sowie die Gabe, Entscheidungen zu treffen, wenn es darauf ankommt.
Wieczerzak predigt diese Kernkompetenzen, auch wenn er als Speaker in Unternehmen auftritt. Hauptberuflich arbeitet er im Unternehmen seines Bruders in der Metallbranche. Auch dabei geht es um Projektplanung, Entwicklung und Zielerreichung. Er geht gerne auf Menschen zu, hält Seminare, trainiert Kinder, vermittelt Kompetenzen. Die Frage, was der Sport an Mehrwert für die Gesellschaft bietet, treibt ihn um und an.
„Es wird nicht leicht, aber ich freue mich drauf“
Schon in seiner aktiven Zeit ging der beim JC Wiesbaden groß gewordene Wieczerzak selbständig auf Unternehmen zu, um Sponsoren zu gewinnen. „Ich hatte keinen Manager.“ Es war ein bisweilen einsamer Kampf, obwohl er den Judosport als Teamwettbewerb versteht. „Alleine schaffen wir das nicht“, sagt er. Gezwungenermaßen versuchte er es dennoch: „Als ich Weltmeister wurde, kam keiner vom DJB auf mich zu und zeigte mir den Weg.“
Genau das soll nun anders laufen. Wieczerzak spricht alle Kaderathletinnen und -athleten persönlich an, ob sie bereit sind, den Visionen zu folgen, an ihrer Sichtbarkeit zu arbeiten. „Sie sind die Aushängeschilder unserer Sportart.“ Doch um sie besser vermarkten zu können, müssen sie es auch selbst wollen, sich öffnen.
Etwa eine halbe Million Euro pro Jahr ist die angepeilte Zielmarke, um eine angemessene Olympiavorbereitung zu gewährleisten. Wieczerzak soll sich um die potentiellen Förderer kümmern, Verbindungen knüpfen. „Es wird nicht leicht, aber ich freue mich drauf“, sagt er.
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