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„Astra-Zeneca umständehalber abzugeben“
Die Impfzentren, bisher Sehnsuchtsort vieler Menschen, erfahren erstmals Zurückweisung. Während Impfungen mit Biontech weitgehend problemlos über die Bühne gehen, entfallen etwa ein Viertel aller Termine mit Vaxzevria, dem Impfstoff von Astra-Zeneca, berichtet ein Sprecher des Innenministeriums.

Darauf reagiert das Land Hessen nun, indem Impfanmeldungen schon für Über Sechzigjährige möglich sind, sofern sie sich ausdrücklich bereit erklären, sich mit Vaxzevria, dem Impfstoff von Astra-Zeneca, impfen zu lassen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich alle Angehörige der dritten Priorisierungsgruppe für eine Impfung gegen das Coronavirus anmelden können, heißt es aus dem Innenministerium, sondern betrifft nur Personen über 60.
Der Schritt sei wichtig, um sicherzustellen, dass verfügbare Impfdosen auch rasch eingesetzt werden können. Die Anmeldung erfolgt über eine Registrierung über das Online-Portal impfterminservice.hessen.de, wo ab sofort ein neuer Menüpunkt auf das Angebot hinweist. Oder telefonisch über die Hotlines 116 117 sowie 0611 – 505 92 888. Da der Personenkreis, der für diesen Impfstoff infrage kommt, begrenzt ist, erhöhen sich so für die ab 60-Jährigen die Chancen auf eine möglichst zeitnahe Impfung.
Die Gründe, den Impfstoff abzulehnen, sind nach dem Schlingerkurs der Ständigen Impfkommission (Stiko) in den vergangenen Monaten nachvollziehbar: Erst wurde Vaxzevria in Deutschland ausdrücklich nur Personen unter 65 Jahren angeboten, weil zuverlässige Daten für Ältere fehlten.
Nach dem Auftreten seltener Hirnvenenthrombosen bei Jüngeren kurz nach Impfungen folgte ein abrupter Stopp und schließlich Ende März die Empfehlung der Stiko, Vaxzevria vor allem Personen über 60 Jahren zu verabreichen. Damit war gewissermaßen das Stiefkind unter den Impfstoffen geboren.
Regionale Nachrückerlisten im Aufbau
Damit die Impfkampagne wirklich vorangeht, muss aber jede verfügbare Ampulle so rasch wie möglich verabreicht werden. Die Impfzentren in Hessen reagieren nun auf die Ausfälle zum einen mit Nachrückerlisten, die sie regional aufbauen und die vom Land ausdrücklich erwünscht sind. Wer eine Impfberechtigung hat, weil er zu einer der beiden höchsten Priorisierungsgruppen gehört, kann sich dort anmelden und wird kurzfristig benachrichtigt, wenn ein Termin frei wird.
Außerdem hat das Ministerium angewiesen, Termine in den Impfzentren mit Vaxzevria könnten künftig „überbucht“ werden. Da man im Schnitt von einer Ausfallquote in Höhe von 25 Prozent ausgeht, werden ebenso viele Termine zusätzlich vergeben.
Werktags um 21.00 Uhr
In den Hausarztpraxen, die seit Ostern nur Impfstoff von Biontech im Angebot hatten, soll künftig auch Astra-Zeneca verimpft werden. Fragen etwa zur medizinischen Vorgeschichte können dort besprochen werden, die dann bei der Wahl des Impfstoffs berücksichtigt werden können.
Allerdings besteht nach wie vor aufgrund der Knappheit keine Wahlfreiheit des Impfstoffs. Ausnahme Berlin: Dort werden in verschiedenen Impfzentren unterschiedliche Impfstoffe angeboten. Wer eine Berechtigung hat, kann damit über den Ort auch den Impfstoff wählen. In Hessen besteht diese Option jedoch nicht.
Bei all jenen, die aus Sorge ihre Impfung mit Vaxzevria absagten und auf eine Spritze von Biontech hoffen, stellt sich die Frage, was mit ihrer Registrierung passiert. Nach Auskunft des Innenministeriums bleibt die Anmeldung bestehen und wird wieder in den „Lostopf“ geworfen.
Zwei Drittel nach Alter vergeben
Darin werden zwei Drittel der Termine nach Alter, absteigend, vergeben, ein Drittel nach Beruf und Vorerkrankungen. In den „Lostopf“ wandern auch jene, die ihren Termin einfach haben verstreichen lassen. Darunter sind womöglich auch jene, die sich zwischenzeitlich an ihren Hausarzt gewandt haben. Daher bittet das Land dringend, Anmeldungen zu stornieren, wenn sie nicht mehr benötigt werden.
Bislang warten jedoch noch Hunderttausende impfberechtigte Hessen auf einen Termin. Das soll sich in Kürze ändern, heißt es aus dem Ministerium. Dann sollen verbindliche Termine bis weit in den Mai hinein vergeben werden und nicht mehr nur kurzfristig für kleinere Gruppen für die nächsten zehn Tage. Das löst hoffentlich auch ein anderes, von Lesern geschildertes Problem: dass ihre Einladung zur Impfung erst nach dem Impftermin im Briefkasten lag.
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