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#Der schönste und gerissenste Wilde

Der schönste und gerissenste Wilde

In Johann Wolfgang von Goethes „Reineke Fuchs“ wird der Titelheld vor den Löwen König Nobel zitiert und angeklagt, die anderen Tier-Untertanen beleidigt, ihnen Würste gestohlen oder die Frau verführt zu haben. War auch so. Als es ihm so an den Kragen geht, lügt er, dass sich die Balken biegen – und schlau und dreist, wie er ist, schafft er es, sich rauszureden, indem er die Gier der anderen nach Schätzen weckt, die er ihnen zu zeigen verspricht. Mit Gier kennt er sich aus. Als es wieder ernst wird, überlegt er mit seiner Frau, ob das Exil in Schwaben vielleicht das Richtige sei, schließlich gebe es dort „Hühner, Gänse, Hasen, Kaninchen und Zucker und Datteln, Feigen, Rosinen und Vögel von allen Arten und Größen“.

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Da haben wir den mittelalterlich inspirierten Speiseplan des Opportunisten, wie Goethe ihn sah – weitgehend korrekt, wenngleich nicht ganz vollständig. Rehkitze frisst der Fuchs auch. Nur in einem irrt Goethe. Jeder Fuchsmagen, den ein Wildbiologe öffnet, enthält etwas anderes, Gans allerdings nicht. Goethe irrt, aber er ist nicht allein. Ernst Anschütz dichtet 1824 „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“. Das Lied ist ein Mythos, Fuchs du hast das Huhn gestohlen, kann es allenfalls heißen. Denn Ganter bewachen ihren Nachwuchs scharf, sich mit ihnen anzulegen muss man sich gut überlegen.

Ein vornehmer Führer in die Unterwelt

„Gib es wieder her“ (das Huhn)? Darüber kann der Fuchs nur lachen. Zu spät! Oder wie es in Roald Dahls „Der fantastische Mr. Fox“ heißt: „Always kill a chicken in one bite.“ Der Fuchs hat einen ungewissen Mageninhalt, aber seine 42 Zähne sind scharf und spitz und reißen seine Beute todsicher auf. Der Fuchs ist ein von Alaska bis Ägypten lebender Prädator, kleiner zwar als Wolf und Luchs, nur 4,5 bis 14 Kilo schwer, mit einer Lunte, die noch einmal halb so lang ist wie der bis zu 90 Zentimeter messende Körper von Vulpes vulpes, aber doch ein Raubtier. „I used to steal birds but now I am a newspaper man.“ Journalismus als bürgerliche Existenzgrundlage geht eine Weile gut, rückfällig geworden rechtfertigt sich Mr. Fox vor seiner Frau damit, er sei eben „ein wildes Tier“. Das vergessen wir gern.

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Beim Wolf sieht man die Schafsrisse. Der eben erst wieder angesiedelte Luchs lebt scheu und tief im Wald verborgen. Was Füchse reißen, sehen wenige. Denn die Hühner, die früher hinter jedem Haus umherliefen, gibt es heute nicht mehr. Die Haushühner haben den Fuchs ernährt, darum waren die Menschen hinter ihm her. Je ferner, scheint es, ein Prädator dem Alltagsleben heute ist, umso emotionaler das Engagement für ihn. In dieser Rangordnung der dem Menschen gefühlt nahen Wildtiere nimmt der zur Gattung der Caniden, der Hundeartigen, zählende Fuchs einen besonderen Platz ein. Bereits vor 16.000 Jahren ließen sich Menschen mit ihm begraben, als wäre er ihr Schoßhündchen gewesen oder der vornehmste rituelle Führer in die Unterwelt. Er ist der schönste, gerissenste Wilde, weswegen man ausgerechnet ihn ins Häusliche locken möchte. Auch scheint er der Anthropomorphisierung seit den Fabeln des antiken Dichters Äsop von allen Tieren die interessantesten Motive zu liefern.

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