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#Die Kritiker: Polizeiruf 110 – Der Gott des Bankrotts

„Die Kritiker: Polizeiruf 110 – Der Gott des Bankrotts“

Ist Vincent Ross in Brandenburg auf der Suche nach einem neuen Kollegen? Die Zeichen stehen jedenfalls auf Team-Zuwachs.

Stab

Darsteller: André Kaczmarczyk, Frank Leo Schröder, Klaudiusz Kaufmann, Tomek Novicki, Bernhard Schir, Godehard Giese
Musik: Sebastian Pille
Kamera: Wolfgang Aichholzer
Drehbuch: Mike Bäuml
Regie: Felix Karolus

Das Personalkarussell des deutsch-polnischen «Polizeiruf 110» aus Brandenburg dreht sich weiter. Nachdem zunächst Olga Lenski (Maria Simon) und nun auch Adam Raczek (Lucas Gregorowicz) das Kommissariat verlassen haben, bleibt nur noch Vincent Ross (André Kaczmarczyk) übrig. Doch sein erster Fall, den er mehr oder weniger allein betreut, lässt nicht lange auf sich warten: In einem Waldstück wird die Leiche eines etwa 50-jährigen Mannes gefunden. Wenige Meter vom Fundort entfernt schneidet der Jakobsweg einen kleinen Trampelpfad durch die Landschaft. Auch in Brandenburg wird gepilgert, wie Vincent Ross etwas überrascht feststellt. Ob die religiösen Wanderer vielleicht eine heiße erste Spur sind?

Viel Richtungsweisendes ist aus den Sinnsuchenden jedenfalls zunächst nicht herauszubekommen. Da scheint schon ein anderes Motivspektrum interessanter: Der Tote war überschuldet und in die liebenden Arme des Insolvenzverwalters Udo Schick (Bernhard Schir) geraten, der einen eher rustikalen Umgang mit seinen Mandanten pflegt und bei all seinen Fällen eher darauf bedacht ist, ihr letztes Hab und Gut möglichst schnell zu Geld zu machen. Dieses zwielichtige Geschäftsgebaren hat ihm schon eine Anzeige eingebracht, und wenn die Sache schief geht, ist er vielleicht bald seinen Job los. Der vielbeschworene „Gott des Bankrotts“ steht also gehörig unter Druck – genug, um auch zum Mörder zu werden?

Schuldnerberater und Insolvenzverwalter sind vielleicht nicht unbedingt die erstrebenswertesten Berufe, wenn man von den Menschen, mit denen beruflich zu tun hat, vor allem gemocht und geschätzt werden möchte. Das kann natürlich zu Frust führen. So sieht sich der Leibhaftige der Zahlungsunfähigen in diesem Film auch eher als Ausputzer – „ich bin der, der am Ende den Dreck wegmacht“. Das Bild ist also eher klischeehaft geraten, denn auch wenn es sicherlich Insolvenzverwalter in Deutschland geben mag, die die Notlage ihrer Schützlinge schamlos ausnutzen und sich widerrechtlich an ihnen Bereichern, dürften doch die wenigsten von ihnen so offensichtlich zwielichtige Gestalten sein wie der Gott des Bankrotts, der in diesem «Polizeiruf 110» Brandenburg unsicher macht.

Ungelöst scheint dabei nicht nur der Mordfall um den Mann am Jakobsweg zu sein, sondern auch die aktuelle Personalfrage auf dem Revier unweit der polnischen Grenze. In dieser Folge bietet sich ein Mann namens Karl Ragov (Frank Leo Schröder) als künftiger Kollege an der Seite von Vincent Ross an, auch wenn Ragov eher vom alten Schlag ist und nicht so kultiviert auftritt wie der neue Hauptermittler dieser Fernsehreihe. Die Geschichten, die in dieser Folge angelegt werden, gestalten sich bereits recht vielversprechend: So fragt Ragov den Herrn Ross an einer Stelle, warum ausgerechnet er mit seinem alles andere als dem Klischee entsprechenden Auftreten eine Karriere bei der Polizei eingeschlagen hat. Die coole Antwort: „Weil sich eben alles verändern muss.“ Dem kann man nur beipflichten – und es vielleicht auch auf die manchmal etwas angestaubten Krimis am Sonntagabend übertragen. Gut, wenn hier ein bisschen Schwung und Vielfalt Einzug hält.

Der Film «Polizeiruf 110 – Der Gott des Bankrotts» wird am Sonntag, den 5. Februar um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt.

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