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#Ein Haus, wie man es so noch nicht gesehen hat

„Ein Haus, wie man es so noch nicht gesehen hat“

Manchmal passieren die spannendsten Dinge in der Provinz. Nicht in Berlin, wohin es fast alle jüngeren Architekten zieht, sondern in Städten wie Braunschweig. Dort steht seit Kurzem ein Haus, wie man es so noch nicht gesehen hat: ein feiner Pavillon, dessen Konstruktion so filigran ausgeführt ist, dass man denken könnte, hier sei eine leichte Skizze gerade erst dabei, sich zu manifestieren.

Man weiß auf den ersten Blick nicht, wie groß das Haus ist, das abstrakte Raster könnte man sich auch kleiner oder größer vorstellen. Ist das ein luxuriöses, großes Privathaus, das an einem kleinen, idyllisch plätschernden Fluss steht, oder ein eher kleines öffentliches Gebäude?

Antwort zwei ist richtig: Das neue Haus – das erste, das die gerade einmal Anfang-dreißig-jährigen Architekten Max Hacke und Gustav Düsing entworfen haben – soll auf 1000 Quadratmetern Raum schaffen für gut 160 Studierende, die hier arbeiten, diskutieren, ausruhen, miteinander frühstücken und mittagessen, kurz, den Tag verbringen werden.

Und wenn man genauer hinschaut, gibt es ein paar erstaunlich gut aussehende Antworten auf zwei der drängenden Fragen der Gegenwart, nämlich einerseits auf die, wie in Zukunft öffentliche Bauten und Räume gebaut werden könnten; andererseits auf die, wie man wirklich so bauen kann, dass das Modewort Nachhaltigkeit nicht nur als blasse Floskel an der Fassade klebt.

Die Architekten Gustav Düsing und Max Hacke.


Die Architekten Gustav Düsing und Max Hacke.
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Bild: Leonard Clemens

In einer Zeit, in der immer deutlicher wird, welche desaströse Rolle die Errichtung und der Betrieb von Gebäuden für den Klimawandel spielen, stellt sich bei jedem Neubau, egal wie gut er aussieht, immer die bohrende Frage, ob überhaupt gebaut werden sollte, und wenn, dann wie. Sogar die Interessenvertretungen der Architekten sehen das Bauen mittlerweile so kritisch wie nie zuvor.

Der Bund Deutscher Architekten hat vor einer Woche ein „Abriss-Moratorium“ gefordert, die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung betont in ihrer klugen „Berliner Erklärung“, dass „Umbau und Modernisierung prinzipiellen Vorrang vor Abriss und Neubau“ haben müssten, und wenn, dann solle möglichst ressourcenschonend und im Sinne der Kreislaufwirtschaft gebaut werden.

Was für viele Architekten und Politiker mittlerweile fast automatisch heißt: mit Holz. Wobei Holz nicht ewig hält und langfristig betrachtet vielleicht sogar in manchen Bereichen weniger nachhaltig ist als der oft zusammen mit dem Beton als Hauptschuldiger der ökologischen Baumisere ausgemachte Stahl.

Wie ein alter Märklinbaukasten

Aber ist Stahl wirklich immer ein Pro­blem – auch wenn man ihn so verwendet, wie es Düsing und Hacke tun? Ihr Studentenhaus ist komplett demontierbar und modular aufgebaut; alle Träger haben die gleiche Länge und identische Anschlüsse, alles ist bloß verschraubt und nicht verschweißt, was bedeutet, dass man es irgendwann komplett abbauen und woanders in einer ganz anderen Form wieder zusammenschrauben könnte.

an muss sich den Bau wie einen alten Märklinbaukasten vorstellen, dessen konstruktive Elemente – hier ist alles aus den gleichen erstaunlich schmalen, nur 10 × 10 Zentimeter dicken Stahlprofilen zusammengesetzt – theoretisch noch in Jahrhunderten für die verschiedensten Nutzungen neu verwendet werden können. Was auf lange Sicht vielleicht nachhaltiger ist als ein dogmatisch komplett aus verschieden behandelten Hölzern errichtetes Haus. Allerdings verwenden auch Düsing und Hacke Holz für die eingehängten Decken, was dem Bau eine angenehm warme Atmosphäre verleiht.

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