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#Eine Pflegerin erklärt ihre Impfskepsis

Eine Pflegerin erklärt ihre Impfskepsis

Über Menschen wie sie wird in Deutschland gerade viel diskutiert: Die angehende Altenpflegefachkraft aus Bielefeld, 48 Jahre alt, Quereinsteigerin, will sich – zumindest erst einmal – nicht impfen lassen. Der wesentliche Grund sei die Unsicherheit über mögliche Nebenwirkungen und Langzeitfolgen des sehr schnell entwickelten Impfstoffs der Unternehmen Biontech und Pfizer, erzählt sie.

Britta Beeger

„Ich bin keine Impfgegnerin und glaube nicht an Verschwörungstheorien, um so etwas geht es nicht“, sagt sie. „Wir wissen einfach noch sehr wenig über diesen Impfstoff.“ Sie habe Angst, dass eine Vorerkrankung die Nebenwirkungen verschärfe. Eine wichtige Rolle spielt bei ihrer Entscheidung aber auch der Umgang mit dem Pflegepersonal in der Corona-Pandemie: Es werde viel über die Pflege geredet, sie komme selbst jedoch kaum zu Wort.

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„Es wird alles über unsere Köpfe hinweg entschieden“, sagt sie. „Wir müssen ja sagen zu 12-Stunden-Diensten, Wochenenddiensten, Einspringen ohne Freizeitausgleich.“ Die Belastung sei stark gestiegen, durch zusätzliche Aufgaben wie das Testen von Besuchern, aber auch, weil die Bewohner emotional aufgefangen werden müssten. „Das alles lässt sich aushalten, eine Zeitlang, für die Menschen, die man pflegt. Aus einem Pflicht- und Ehrgefühl und aus Liebe zum Beruf.“ Die eigenen Kinder und private Kontakte blieben dabei jedoch auf der Strecke. Und nachdem die Pflege erst noch beklatscht wurde, werde sie nun an den Pranger gestellt, weil ein Teil des Personals sich nicht sofort impfen lasse. „Durch den Druck verhärten sich die Fronten.“

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Teils geringe Impfquoten

Wie ihr geht es offenbar einem nicht gerade kleinen Teil des Pflegepersonals. Belastbare Zahlen zu den Impfquoten in den Pflege- und Gesundheitsberufen gibt es bisher nicht, erste Rückmeldungen von Trägern und Heimen deuten jedoch darauf hin, dass die Impfbereitschaft zumindest zum Teil eher gering ist. Demnach lassen sich in einigen Regionen und Altenpflegeeinrichtungen fast alle Mitarbeiter impfen, in anderen jedoch nur 50 Prozent, zum Teil nur jeder Dritte. Immer eindringlicher werden daher die Aufrufe an das Pflegepersonal, sich impfen zu lassen. Ausgehend von dem Vorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) ist eine intensive Debatte über eine Impfpflicht entbrannt.

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Eine Situation, die auch für die Pflegeheime nicht leicht zu bewältigen ist. Sie stehen vor der Frage, wie sie damit umgehen, wenn sich ein signifikanter Teil des Personals nicht impfen lässt. Für Aufsehen sorgte vor einigen Tagen ein internes Schreiben eines Pflegedienstes aus Hennigsdorf in Brandenburg, der im Kurznachrichtendienst Twitter kursierte. Darin droht der Geschäftsführer den Mitarbeitern implizit mit personenbedingten Kündigungen, sollten sie sich nicht impfen lassen. In einer Stellungnahme auf der Internetseite rechtfertigt sich die Geschäftsleitung. Es gehe um den Schutz vor einem sehr gefährlichen Virus. Jeder sei gefordert, „sein Bestes zur Eindämmung beizutragen, die Risikogruppen, die wir als Pflegedienst täglich versorgen, zu schützen und sich selbst nicht zu gefährden“.

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Viele Heime setzen auf Aufklärung

Tatsächlich ergibt sich diese besondere Verantwortung auch aus dem Infektionsschutzgesetz. Darin ist festgehalten, dass Leiter von Krankenhäusern, ambulanten Pflegediensten und weiteren Behandlungs- und Versorgungseinrichtungen alles tun müssen, um eine Weiterverbreitung von Krankheitserregern zu vermeiden. Nach Einschätzung von Arbeitsrechtlern können sie daher vom Personal ein gesteigertes Interesse an einer Impfung erwarten und diese im Zweifel sogar unbezahlt freistellen – zumindest in der Theorie.

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