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#Halb voll oder doch schon halb leer?

„Halb voll oder doch schon halb leer?“

Ist das Glas jetzt noch halb voll oder doch schon halb leer? Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing wollte sich bei einem öffentlichen Auftritt in dieser Woche nicht festlegen: „Ich würde sagen, dass mit den Ankündigungen der Zentralbanken, die Zinssätze ziemlich stark zu erhöhen, es zwar schwer ist, einen Prozentsatz zu nennen, aber die Wahrscheinlichkeit einer globalen Rezession und auch in Europa bei 50 Prozent liegt.“

Die Rezession, nichts beschäftigt Anleger derzeit mehr – und die Stimmung ist hoch nervös, wie nervös, ist tagein, tagaus am deutschen Aktienbarometer Dax abzulesen. Es geht mal ein wenig aufwärts, dann ein gutes Stück abwärts – in der Summe stehen aber die Verluste. Mehr als ein Prozent hat der Dax im Wochenverlauf eingebüßt.

Aber kommt die Rezession jetzt? Nun, die einen sagen so, die anderen so. Für ein deutliches Nachlassen der wirtschaftlichen Aktivität sprechen die gesunkenen Rohstoffpreise: So hat beispielsweise der Preis für Kupfer im Wochenverlauf um mehr als 6 Prozent nachgegeben und liegt nur geringfügig höher als vor einem Jahr.

Anzeichen gegen eine Rezession

Andere Indus­triemetalle zeigen einen ähnlichen Trend. Und selbst der Ölpreis, den vor Kurzem einige Marktbeobachter schon bei 150 Doller das Fass gesehen haben, büßte im Wochenverlauf gut 5 Prozent ein. Auf der anderen Seite sieht Klaus Wohlrabe vom Münchener Ifo-Institut noch nicht, dass sich eine Rezession abzeichnet. Der Ökonom schiebt jedoch hinterher: „Die drohende Gasknappheit hat die Unsicherheit unter den Unternehmen deutlich erhöht.“

Genau das ist der entscheidende Punkt: Was wird, wenn es in deutschen Fabriken heißt: Alle Räder stehen still, weil Wladimir Putin es will? Und was machen erst einmal die Verbraucher, wenn sie die Endabrechnung für Strom und insbesondere Erdgas in der Hand halten und feststellen, dass sie das Geld, das sie eigentlich für einen Urlaub oder sonstige Freizeitaktivitäten zurückgelegt haben, bereits verheizt haben? Das wird Branchen wie Touristik und Gastronomie, die sich gerade von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie erholt haben, empfindlich treffen.

Zurück zu Christian Sewing: Sollte sein Glas noch halb voll gewesen sein, so hat er am Donnerstag einen gehörigen Teil verschüttet. Um satte 12 Prozent gab das Papier der Deutschen Bank nach, die Commerzbank tat es ihr gleich. Kommt die Rezession, dann haben die Institute mit hohen Kreditausfällen zu rechnen, hieß es zur Begründung. Glaubt man daran, dass die Märkte recht haben, ist das ein Alarmsignal.

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