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#Hawkeye Kritik – Mehr Füllmaterial zu Weihnachten

Hawkeye Kritik – Mehr Füllmaterial zu Weihnachten

Hawkeye, dessen Rolle als Bogenschütze inmitten von Superhelden mit allerhand Superkräften oder zumindest hochtechnisierten Gimmicks schon immer recht fraglich war, bekommt nun kurz vor Weihnachten seine eigene Serie, die sich allerdings gar nicht so sehr um den von Jeremy Renner verkörperten Hawkeye dreht.

Hawkeye war für die filmische Seite des MCU seit seiner Einführung schon immer eine Art Klotz am Bein. Dass der Bogenschütze sich weitaus besser in den damals noch von Netflix produzierten „kleineren“ Serienvarianten der Marvelhelden um Daredevil oder Jessica Jones eingereiht hätte, dürfte auch den Verantwortlichen bei Marvel irgendwann klar geworden sein, da seine Auftritte im MCU sowieso meist recht klein und unbedeutend waren. Rund 10 Jahre nach Renners erstem kleinen Auftritt in «Thor» (2011) ist es nun soweit und der Superheld mit Bogen bekommt seine eigene Serie. Zumindest für Renner Fans, die auf eine Serie im Stil von «Daredevil» gehofft hatten, in welcher dieser nun tatsächlich selbst im Fokus der Geschichte steht, dürften enttäuscht werden. Denn schnell wird deutlich, dass es sich hier scheinbar lediglich um die Vorbereitung handelt, den Staffelstab an die nächste Inkarnation der Figur Hawkeye zu übergeben.

Im Fokus der Serie steht Kate Bishop (Hailee Steinfeld), ein junges Mädchen aus einer wohlhabenden Famile, welches sich im Jahr 2012, nach den Ereignissen in „The Avengers“ dazu entschied, selbst zur Bogenschützin zu werden. In der Pilotfolge dauert es dann auch nicht lange, bis das junge Mädchen im Ninja Kostüm mit relativer Leichtigkeit eine Hand voll Gangster verprügelt und so Clint Barton auf sie aufmerksam wird. Die Kampfszenen wirken dabei äußerst konstruiert und selbst mit beiden Augen zugedrückt, nimmt man der zierlichen Seinfeld diese schlicht nicht ab.

Handlungstechnisch ist «Hawkeye» äußerst simpel gestrickt und gepaart mit dem Weihnachtssetting ergibt sich seichte Familienunterhaltung, die niemandem auf die Füße tritt, aber eben auch zu keiner Zeit zu echten Begeisterungsstürmen verleiten dürfte. Renner, der in den ersten beiden Folgen mehr oder weniger die Funktion einer Gastrolle einnimmt, scheint zudem auch nicht mehr übermäßig motiviert zu sein, die Rolle weiterhin zu spielen. Schauspielerisch hätte man mit den drei Oscarnominierten Jeremy Renner, Hailee Steinfeld und Vera Farmiga sicherlich aus dem Vollen schöpfen können, wenn diesen ein entsprechendes Skript ausgehändigt worden wäre. Statt ein erwachsenes Charakterdrama im Stil von «Daredevil» oder «The Punisher» zu produzieren – und hiermit soll nicht die Brutalität, die eine Veröffentlichung auf Disney+ gar nicht möglich gemacht hätte gemeint sein – entschied man sich allerdings dafür, eine disneygerechte, familienfreundliche Weihnachtsgeschichte mit ein paar stereotypischen Bösewichten zu kreieren, die den eigenen Katalog mit leichtgängigem Füllmaterial erweitert.

Hawkeye ist eine vertane Chance, einen durchaus interessanten Charakter abseits der überpowerten Superhelden in den Fokus zu rücken und diesen von seiner Eindimensionalität zu befreien. Stattdessen entschied man sich bei Disney für den sicheren Weg und erzählt eine bedeutungslose Füllgeschichte für eine Generation von Zuschauern, die mit dem Smartphone in der Hand vor dem Fernseher sitzt und nur kurz aufschaut, falls etwas explodiert.

Die ersten beiden Folgen von «Hawkeye» sind seit dem 24. November bei Disney+ abrufbar.


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