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#Sparen kann grundsätzlich jeder

Sparen kann grundsätzlich jeder

Für die Kfz-Versicherungskunden ist der 30. November ein verheißungsvoller Tag. Denn zu diesem Stichtag können die meisten Versicherungspolicen für Autos gekündigt werden. Mehr als zwei Millionen Kunden wechseln zum Jahresende ihre Tarife, um nach Ablauf der Kündigungsfrist zum 1. Januar neue Verträge zu schließen, heißt es vom Vergleichsportal Check 24. Rund ein Viertel der deutschen Autofahrer kann sich zudem einen Wechsel der Kfz-Versicherung vorstellen. Doch was müssen Versicherte beim Wechsel beachten?

Besonders im November werben viele Versicherungen mit Lockangeboten. Und trotz der teilweise aggressiven Werbung empfehlen auch Experten einen Wechsel zu diesem Zeitpunkt. So seien die Tarife für Autopolicen zum Jahresende 4 Prozent günstiger als im August, dem Monat, an dem die Preise am höchsten sind, sagt Ralph Wefer, Kfz-Versicherungsexperte des Vergleichsportals Verivox. Aufgrund der Corona-Pandemie sei das Einsparpotenzial groß.

Auch Fahranfänger können sparen

„Derzeit liegen die Preise für eine Kfz-Haftpflichtversicherung deutlich niedriger als zur Wechselsaison in den vergangenen Jahren.“ Im Vergleich zum Jahr 2020 seien die Durchschnittspreise um 4 Prozent gesunken, die Preise für besonders günstige Policen um mehr als 8 Prozent. Insgesamt liegt die Bandbreite zwischen dem günstigsten Tarif und einem Durchschnittstarif im November 2021 bei 180 Euro, sagt Wefer.

Ursache dafür sei, dass Versicherer durch den Lockdown weniger Schäden ausgleichen mussten und diese Einsparungen nun an die Kunden weitergeben. Auch Fahranfänger könnten bei Auswahl des richtigen Tarifs bis zu 60 Prozent des Versicherungsbeitrags sparen. Im günstigsten Tarif zahlen sie jährlich 616 Euro.

Typische Fehler müssen vermieden werden

„Kunden sollen sich dennoch die Versicherung suchen, die zum besten Preis alle Leistungen enthält, die sie wirklich benötigen“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Zudem sollten Versicherte typische Fehler beim Wechseln vermeiden. Dazu gehört, die Kilometerfahrleistung, die abgedeckt werden soll, falsch anzugeben und keine Puffer einzuplanen. Zudem sollten Kunden die Rabattfaktoren beim Versicherungstarif beachten. „Dazu kann eine ADAC-Mitgliedschaft, eine abgeschlossene Garage am Haus oder das eigene Grundstück gehören“, sagt Wefer. Diese Faktoren senkten die Preise und würden oft vergessen.

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Einsparungen ließen sich auch in den unterschiedlichen Altersgruppen machen. „Sparen kann grundsätzlich jeder“, sagt Wefer. Für Fahranfänger sei es günstiger, die Versicherung über die Eltern laufen zu lassen. Zudem sei eine Werkstattbindung bei der Vollkaskoversicherung sinnvoll, da diese in diesem Jahr bis zu 20 Prozent Ersparnis erbringen könne. Auch bei sehr alten Fahrzeugen empfiehlt Wefer eine Analyse der Tarife. „Nicht immer ist eine Vollkaskoversicherung sinnvoll“.

Es hilft oft, das Kleingedruckte zu lesen

Bianca Boss empfiehlt, bei Wechseln im November das Kleingedruckte zu lesen und vor einem Wechsel stets beim bisherigen Versicherer nach günstigeren Tarifen zu fragen. „Auch das kann Kosten sparen und ermöglicht Rabatte“. Zudem gebe es wichtige Elemente, die in einer Kfz-Versicherung aus Sicht des Verbandes nicht fehlen dürfen. Dazu gehören ein Deckungsbetrag von 50 bis 100 Millionen Euro bei der Haftpflichtversicherung im Schadensfall, die Klausel, dass bei grober Fahrlässigkeit auf Einwand verzichtet werde und dass die Kaskoversicherung Marderbisse und Kollisionen mit Tieren umfasst.

Zudem empfiehlt Boss den Abschluss einer sogenannten „Mallorca-Police“ bei einem Wechsel. „Darauf sollte nicht verzichtet werden, weil damit Schäden im Ausland abgedeckt sind, auch bei Mietwägen.“ Auch Wefer betont, dass eine Wildschadensabdeckung und eine „Mallorca-Police“ sinnvoll seien, da diese Schadensszenarien mathematisch am häufigsten auftreten. Besondere Regeln gelten zudem für Elektroautos. Hier sollten Kunden darauf achten, dass die teuersten Bauteile, besonders die Akkus, mitversichert sind, da sonst erhebliche Schadenssummen entstehen können.

Die Preise sinken momentan

Es sei zudem wichtig, den Wechsel frühzeitig anzugehen und Angebote schon zeitnah zu vergleichen. „Versicherte müssen nachweisen, dass die Kündigung spätestens am 30. November bei der Versicherung bearbeitet wurde“, sagt Boss. Ein Poststempel sei dafür nicht ausreichend.

Insgesamt gab es im Jahr 2020 etwa 92 Versicherungsunternehmen, die eine Kfz-Versicherung im Angebot hatten. Damit ist die Anzahl der Kfz-Versicherer in den vergangenen 20 Jahren um 26 Prozent zurückgegangen, heißt es vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden. Dennoch gibt es mehr als 124 Millionen abgeschlossene Versicherungsverträge in Deutschland.

„Die Preise sinken momentan“, sagt auch Christian Monke, Versicherungsexperte vom Analyseunternehmen Franke und Bornberg GmbH. Insbesondere der Wettbewerb bei Fahrzeugpolicen sei gesättigt, abgesehen von einigen Nischen. „Für Versicherungsunternehmen und Start-Ups ist es kaum interessant ins Kfz- Geschäft einzusteigen.“ Um Marktanteile zu gewinnen, entwickeln viele Unternehmen deshalb neue Policen. Besonders dynamisch sei der Markt für Elektroauto- und Wohnmobil-Versicherungen.

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