Höllentrip Windows 11-Installation im Jahr 2026: Die Updates sind nicht das Problem

Höllentrip Windows 11-Installation im Jahr 2026: Die Updates sind nicht das Problem

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Höllentrip Windows 11-Installation im Jahr 2026: Die Updates sind nicht das Problem

Bei der Installation und Ersteinrichtung von Windows 11 ist es seit Kurzem möglich, die Installation von Updates zu überspringen. Damit erfüllte Microsoft einen Wunsch der Nutzer, die sich mehr Kontrolle über Windows-Updates wünschten.

Updates sind dazu da, neue Funktionen bereitzustellen sowie die neuesten Fehlerkorrekturen und Sicherheitsverbesserungen zu erhalten.

Warum sollte das jemand nicht wollen? Eine Frage, auf die ich keine Antwort weiß. Was ich dagegen ganz sicher weiß: Die Updates sind das kleinste Problem. Wer einen Windows-Computer neu aufsetzt, muss auf jeden Fall viel Zeit mitbringen und sich auf einen Höllentrip vorbereiten.

Zugegeben, bei der Installation von Windows können Updates ein Zeitfresser sein. Die zahllosen Dialoge, mit denen Windows-Nutzer bei der Einrichtung regelrecht überschüttet werden, kosten allerdings ebenso erheblich Zeit und erfordern manigfache Interaktion. Bei diesen Klicks muss man zudem achtsam sein und aufpassen, nicht irrtümlich Funktionen zu aktivieren, die man nicht nutzen möchte.

Installation von Updates während der Einrichtung von Windows 11

Microsoft ist schlau. Sie haben den Köder „keine Updates während der Installation“ ausgeworfen und die Welt hat ihn gefressen. Alle haben Microsoft für dieses Entgegenkommen gelobt. Einfach auf „Später aktualisieren“ klicken und sofort mit Windows loslegen.

Alles gut, oder?

Mitnichten. Jetzt geht der „Spaß“ erst so richtig los.

Es beginnt harmlos. Das Setup fragt, ob man das Gerät geschäftlich oder privat nutzen möchte. Daran schließt sich die Anmeldung mit einem privaten Microsoft-Konto oder eben einem geschäftlichen Microsoft 365-Konto an (Entra ID)

Windows 11 Installation: Dialog zur Auswahl der Verwendung

Die Diskussionen um den Kontozwang kennen wir bereits. Microsoft macht es inzwischen praktisch unmöglich, die Anmeldung mit einem Microsoft-Konto zu umgehen. Auf diesem Ohr sind die Redmonder bislang konsequent taub.

Windows 11 Installation: Zwang zur Anmeldung mit einem Microsoft-Konto

Danach folgen fünf(!) Dialoge zu den Datenschutzeinstellungen, der nachfolgende Screenshot zeigt den ersten davon. Wer fünfmal Return drückt, gibt die Berechtigungen frei. Wer ablehnen möchte, benötigt dafür zehn gezielte Klicks. Warum nicht einfach standardmäßig alles deaktivieren und dem Nutzer die Wahl lassen, das später selbst zu ändern?

Die Frage ist rhetorisch, ich kenne die Antwort. Microsoft möchte uns hier eigentlich keine Wahl lassen.

Windows 11 Installation: Fünf Dialoge zu den Datenschutzeinstellungen müssen bestätigt werden

Jetzt kommt ein Dialog, der auf meiner Hitliste der überflüssigen Abfragen unangefochten auf Platz 1 steht. Man soll hier auswählen, für welchen Zweck man den PC verwendet. Ich habe noch niemanden gefunden, der mir erklären konnte, was jede Auswahl im Einzelnen bewirkt. Und ich kenne wirklich niemanden, der hier nicht auf „Überspringen“ klickt.

Windows 11 Installation: Wofür wird der PC verwendet?

Nachdem die grundsätzlichen Dinge erledigt sind, startet das Werbeprogramm. Zunächst soll man sein Smartphone mit seinem PC verbinden. Ich mag dieses Feature. Es gibt aber auch noch viele andere Windows-Features, die ich mag und die nicht zwingend in die Einrichtung eingebunden sind.

Windows 11 Installation: Dialog zur Kopplung des Smartphones

Dann kommt OneDrive ins Spiel. Hier macht es Microsoft besonders geschickt. Man muss auf „Meine Daten nicht sichern“ klicken, wenn man Dokumente und Bilder nicht in die Cloud laden möchte. Das fühlt sich unangenehm an, genau das soll es auch.

Wer auf „Meine Dateien sichern“ klickt und kein Microsoft 365-Abo hat, reizt die kostenlosen 5 GB Cloudspeicher sofort aus und muss bezahlen, wenn die „Sicherung“ weiterhin funktionieren soll. Ein gemeiner Trick.

Windows 11 Installation: Werbung für OneDrive

Und weiter geht die OneDrive-Werbefahrt: Jetzt soll man die mobile App installieren und die Kamera-Sicherung aktivieren. Das hat mit Windows rein gar nichts zu tun und daher auch in der Installations-Routine nichts verloren.

Windows 11 Installation: Noch mehr Werbung für OneDrive

Jetzt folgt Platz 2 meiner Überflüssigkeits-Charts. Ich nutze Microsoft Edge als Standardbrowser. Bei jeder Einrichtung von Windows werde ich trotzdem aufgefordert, meine Google-Daten zu importieren. Was soll das?

Hier versucht Microsoft, die Nutzer einzufangen, bevor sie Edge zum ersten Mal aufrufen, um Chrome zu installieren.

Windows 11: Aufforderung zum Import von Browserdaten

Zu guter Letzt gibt es noch eine Empfehlung für Microsoft 365. Hier gibt es außer „Weiter“ keine Option, es passiert aber auch nichts. Es ist wirklich nur eine Werbeeinblendung.

Windows 11 Installation: Werbung für Microsoft 365

Auf Copilot+ PCs gibt es übrigens noch mehr Dialoge, die KI-Funktionen bewerben und unter anderem zur Aktivierung der KI-Suche Recall auffordern. Dies gleich doppelt, damit man es auch sicher nicht vergisst.

Geschafft!

Windows ist endlich installiert und eingerichtet. Wie schon erwähnt, starten die meisten Windows-Nutzer als Erstes Microsoft Edge, um damit einen anderen Browser herunterzuladen. Die Nutzungsstatistiken sprechen hier eine eindeutige Sprache.

Aber nicht so schnell. Edge will Euch erst noch willkommen heißen…

Erster Start von Microsoft Edge: Erneute Anmeldeaufforderung

…Eure Google-Daten abfragen…

Erster Start von Microsoft Edge: Aufforderung zur Anmeldung mit dem Google-Konto

…die Erlaubnis zur Übertragung von Diagnosedaten einholen…

Erster Start von Microsoft Edge: Einwilligung zur Übertragung von Diagnosedaten

…und Euch mit personalisierter Werbung beglücken.

Erster Start von Microsoft Edge: Einwilligung in personalisierte Werbung

Wer regelmäßig neue Windows-PCs aufsetzt, kennt diese Dialoge allesamt. Viele gibt es schon sehr lange. Das Problem ist nur: Wir haben uns zu sehr daran gewöhnt, und es werden immer mehr statt weniger.

Es ist für mich nachvollziehbar, dass Microsoft den Windows-Nutzern Zusatzfunktionen schmackhaft machen möchte. Ich halte es sogar für legitim, dass auf kostenpflichtige Angebote hingewiesen wird. Auf „seiner Plattform“ darf Microsoft das tun. Das kann man aber auch alles in eine optionale Tour packen, die nach der Installation als Desktop-Verknüpfung darauf hofft, gestartet zu werden.

Stattdessen dauert die Einrichtung eines Windows-PCs mindestens doppelt so lange, als sie eigentlich dauern müsste.

Aber hey, Microsoft erlaubt uns das Überspringen von Updates während der Einrichtung. Juhu, die Welt ist schön.

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Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant.
Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir – für Euch!

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