#Importierte Kriminalität ist ein Hauptproblem

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Importierte Kriminalität ist ein Hauptproblem

Wenn Polizeipräsident Gerhard Bereswill in zwei Mo­naten in den Ruhestand geht, wird er sich sagen können, dass er eines seiner Ziele er­reicht habe: Frankfurt ist eine sichere Stadt. Dieses Urteil lässt sich allerdings nicht an einer einzigen Statistik festmachen, wie sie am Freitag für das Jahr 2021 vorgestellt wurde. Auch nicht mit einem Vergleich zum Vorjahr. Da muss schon ein Zehn-Jahres-Vergleich her, damit nachvollzogen werden kann, wie sich die Kriminalität in Frankfurt entwickelt hat. Und zumindest überall dort, wo die Polizei präventiv ansetzen kann – wie zum Beispiel beim Taschendiebstahl oder bei den Wohnungseinbrüchen – sind die Zah­len tatsächlich stark zurückgegangen.

Katharina Iskandar

Verantwortliche Redakteurin für das Ressort „Rhein-Main“ der Sonntagszeitung.

Insgesamt hat die Frankfurter Polizei im vergangenen Jahr 96.449 Delikte re­gistriert – und liegt somit seit fast zwanzig Jahren erstmals unter der Marke von 100.000 Straftaten. Auf welchem Weg diese Zahlen allerdings erhoben wurden, lässt sich nie ganz klären. Teils basieren sie auf Anzeigen der Geschädigten, teils aber auch auf Initiative der Polizei selbst. Das heißt im Umkehrschluss: Weniger Kontrollen, weniger Straftaten in der Statistik. Aussagekräftiger ist deshalb der Blick auf einzelne Bereiche.

Mehr Fahrraddiebstähle

So nahmen die Straftaten gegen das Leben, das heißt versuchte und vollende Tötungsdelikte, um fast ein Drittel ab – auf 45 Fälle. Ebenfalls rückläufig waren Körperverletzungen mit 6457 Fällen und somit etwa 500 weniger als im Jahr zuvor – während die Zahl der Bedrohungen um rund 230 Fälle zugenommen hat. Der stellvertretende Leiter der Abteilung Einsatz, Hanspeter Mener, der gemeinsam mit Bereswill die Kriminalstatistik vorstellte, sagte, er sehe durch­aus einen Zusammenhang beider Delikte, mit der erfreulichen Entwicklung, „dass es in vielen Fällen offenbar bei der verbalen Auseinandersetzung ge­blieben ist“. Rückläufig zeigte sich außerdem die Diebstahlskriminalität. Mit 28.871 Fällen befindet sie sich den Angaben zufolge auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der bundesweiten Erfassung 1971. Allerdings gilt das nicht für Diebstahl aus Fahrzeugen. Dort verzeichneten die Er­mittler einen Anstieg um knapp 33 Prozent auf 2094 Fälle. Und erst recht ausgenommen sind die Diebstähle von Fahr­rädern. Diese Zahl stieg um 19,2 Prozent auf 5251 Fälle im vergangenen Jahr.

Laut Bereswill handelt es sich dabei unter an­derem um Beschaffungskriminalität. Viele der Tatverdächtigen, die ermittelt würden, stammten aus dem Drogenmilieu. Aber auch Tätergruppierungen, die eigens ins Rhein-Main-Gebiet einreisten, um vor allem E-Bikes und Pedelecs zu stehlen, habe man ausgemacht. Einen Rückgang gab es hingegen beim Ta­schen- und Trickdiebstahl. Bereswill führte das vor allem auf spezialisierte Fahnder zu­rück, die sich etwa mit Münchner Kollegen austauschten und in der Innenstadt unterwegs seien, um Täter ausfindig zu machen. Dieses Konzept habe sich bewährt.

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