„IS reklamiert Anschlag für sich“
Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat den Anschlag in Wien mit vier Todesopfern und 22 teils schwer Verletzen für sich reklamiert. Ein „Soldat des Kalifats“ habe die Attacke mit Schusswaffen und einem Messer verübt und in der österreichischen Hauptstadt rund 30 Menschen getötet oder verletzt, darunter auch Polizisten, teilte der IS am Dienstag auf seiner Plattform Naschir News mit.
Auch eine Deutsche wurde bei dem Anschlag getötet. „Wir haben jetzt die traurige Gewissheit, dass auch eine deutsche Staatsangehörige unter den Opfern des Angriffs in Wien ist“, teilte Außenminister Heiko Maas in Berlin mit.
Der Täter, ein IS-Sympathisant, war ein 20 Jahre alter gebürtiger Wiener mit österreichischer und nordmazedonischer Staatsangehörigkeit aus einer muslimischen, albanischsprachigen Familie. Der junge Mann war schon 2019 zu 22 Monaten Haftstrafe verurteilt worden, weil er versucht hatte, als Kämpfer am Krieg in Syrien teilzunehmen. Er wurde als vermeintlich geläutert nach Abbüßung von zwei Dritteln der Strafe vorzeitig entlassen.
Ein Versuch, ihm die österreichische Staatsangehörigkeit abzuerkennen, verlief nach Angaben von Innenminister Karl Nehammer „im Sande“. Offenbar habe er Behörden und Bewährungshelfer getäuscht. Es gebe – etwa durch Einträge in sozialen Netzwerken – ein „klares Indiz zur Nähe zum Islamischen Staat (IS)“. Auf der Suche nach möglichen Komplizen oder Hintermännern im Umfeld des Täters wurden 18 Hausdurchsuchungen vorgenommen und 14 Personen vorläufig festgenommen.
Der mit Schnellfeuergewehr, Pistole und Machete bewaffnete und einer Sprengattrappe umgürtete Täter war während des Polizeieinsatzes wenige Minuten nach Abgabe der ersten Schüsse selbst erschossen worden. Davor hatte er in mehreren Gassen der Wiener Innenstadt mehrere hundert Schüsse abgegeben.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen sprach von einem „feigen terroristischen Attentat auf das Herz der Gesellschaft“. Bundeskanzler Sebastian Kurz versprach, man werde mögliche Mittäter „ausforschen, jagen und ihrer gerechten Strafe zuführen“. Zugleich warnte er davor, in die „Falle“ der Terroristen zu tappen und die Gesellschaft spalten zu lassen. Zu den vier Todesopfern zählte auch eine deutsche Staatsbürgerin, wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte.
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