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#Messis Traum vom WM-Titel lebt

„Messis Traum vom WM-Titel lebt“

Es war ein Abend der Schönheit und des Wahnsinns, der nahezu totalen Kontrolliertheit und des völligen Kontrollverlusts – kurz, es war der bislang mitreißendste, dramatischste, unglaublichste Abend dieser Weltmeisterschaft. 2:0 führten die Argentinier nach 73 Minuten, Lionel Messi hatte seinem Team mit einem atemraubenden Pass in der ersten Halbzeit die Tür zur Führung geöffnet und dann mit einem verwandelten Foulelfmeter den zweiten Treffer erzielt.

Alles, aber auch wirklich alles deutete auf einen Sieg der Albiceleste hin in diesem Viertelfinale im Stadion von Lusail am Freitagabend, doch dann traf Wout Weghorst, erst spät eingewechselt, noch zwei Mal für die Niederlande, so dass es in der elften Minute der eigentlich auf zehn Minuten bemessenen Nachspielzeit plötzlich 2:2 hieß.

Es war, nebenbei, auch ein Abend der schauderhaften, selbstdarstellerischen Spielleitung durch den Spanier Antonio Mateu, über die vor allem die Argentinier heftig klagten. Das Elfmeterschießen jedenfalls wurde ein Drama im Drama, der argentinische Torwart Martinez hielt den ersten und zweiten Elfmeter der Niederländer von van Dijk und Berghuis, die ersten drei Argentinier, darunter Messi, trafen.

Doch dann leisteten auch sie sich den ersten Fehlschuss, die Niederländer trafen zwei Mal, nun lag der Druck wieder auf der Albiceleste, doch ihren fünften Versuch verwandelte Lautaro Martinez zum 4:3 – Argentinien steht damit im Halbfinale am Dienstag (20.00 Uhr MEZ, im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM und bei MagentaTV) wieder in Lusail gegen Kroatien. Und nach diesem irrwitzigen Spektakel, in dem Messi lange eine Hauptrolle spielte, könnte seine fünfte WM tatsächlich sein Meisterstück werden.

Lange hatte es allerdings ganz undramatisch ausgesehen. Die Niederländer und die Argentinier stellen zwei der am besten organisierten Mannschaften dieser WM. Bei Louis van Gaal weiß jeder bis ins Detail, was er zu tun hat, bei Lionel Scaloni ist das nicht anders, mit dem besonderen Kunststück aber, Messi die Rolle des flanierenden Freigeists zu ermöglichen, mal mehr, wie zuletzt gegen Australien, mal weniger, wie gegen die Niederlande.

Es war früh zu sehen, dass der Mann mit der Nummer zehn seine Rolle diesmal von Beginn an als integral verstand, er machte viele kleine Sachen richtig, einmal löste er auch aus der Umkreisung von fünf Niederländern, aber eine halbe Stunde lang trat er trotzdem noch nicht entscheidend in Erscheinung.

Es war deswegen nicht langweilig, abschauen kann man sich zu Hause vom deutschen Sofa ja auch sehr gut, wie präzise, zupackend und zugleich lustvoll sich die Argentinier aufs Verteidigen verstehen.

Messis Geniestreich

Aber wenn es um das wahre Erlebnis geht, sind es dann doch andere Momente, die einen staunen lassen, rare Augenblicke der Fußballkunst, die nur einer schaffen kann, der in Raum und Zeit in einer eigenen Dimension unterwegs ist.

Messi führte den Ball in halbrechter Mittelfeldposition, noch unauffällig, dann jedoch erkannte er, was sich in der Mitte für ein Korridor auftat, erst zog er das Tempo leicht an, dann entschlossener, zwei, drei Niederländer ließ er so stehen, aber in all der Zeit schaute er nicht nach rechts.

Er musste abgespeichert haben, wo sich Molina zu Beginn seines Laufes aufgehalten hatte, und vor allem schien er dessen Laufweg auf eine Art inneres 3-D-Navigationssystem zu projizieren, jedenfalls wusste er ganz genau, wo der aufgerückte Verteidiger aus der holländischen Deckung hervorkommen würde. Messis Pass zentimetergenau in den Lauf Molinas war ein atemraubender Moment dieser WM, der mit dem Führungstor (34.) belohnt wurde.

Die Partie wurde nach der Pause nun ein wenig offener, nicht mehr bis ins Letzte durchstrukturiert, zu Chancen aber führte das erst einmal nicht. Bis Messi in der 62. Minute wieder antrat, und nach einem leichten Handgriff van Dijks zu Boden ging, Freistoß aus gut 20 Metern zentraler Position. Natürlich versuchte es Messi selbst, der Ball segelte scharf von oben aufs Netz. Ein Standard, der gewissermaßen das Vorspiel war für jenen aus elf Metern nach dem Foul von Dumfries an Acuna (73.).

Danach wurde es hitzig, es kam zu Rangeleien und Rudelbildung, nach Weghorsts Anschlusstor per Kopf (83.) rauschte ein Schuss von Berghuis, leicht abgefälscht, ans Außennetz. Die Argentinier verteidigten mit allem, was sie hatten, doch dann leisteten sie sich doch noch ein Foul in gefährlicher Zone.

Und für diesen Moment hatten die Niederländer noch etwas Besonderes auf Lager, ein Freistoßpass an der Mauer vorbei vor das Tor, wo Weghorst sich gelöst hatte. Argentinien und Messi waren nun nicht mehr dieselben – aber sie fingen sich wieder.

In der Verlängerung versuchten sie alles und kamen einem Tor mehrmals nahe, am nächsten in der 120. Minute bei einem Schuss von Fernandez an den Außenpfosten. Für diesen Abend war noch ein anderer Showdown vorgesehen.

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