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Der Grund für das offenbar realistische Szenario, dass mit Beginn des Jahres 2024 das Deutschlandticket schon wieder verschwindet, ist das Geld. Besser gesagt, die Finanzierung. Denn für 49 Euro im Monat ist es den Verkehrsbetrieben in Deutschland nicht möglich, den Bus- und Bahnverkehr sowie den Vertrieb des Tickets zu finanzieren. Deswegen hatten sich Bund und Länder nach monatelangem Streit im Frühling darauf geeinigt, das Ticket jeweils zur Hälfte mit insgesamt drei Milliarden Euro zu finanzieren. Hinzu kommen die bestehenden Subventionen für den öffentlichen Personennahverkehr.
Bund drückt sich vor Übernahme von Mehrkosten
Doch es gibt noch eine weitere Vereinbarung. Mögliche Mehrkosten, etwa für die Einführung und Digitalisierung des Tickets, sind nur für dieses Jahr gedeckt. Eine Aufteilung der Kosten ab kommendem Jahr ist offen und genau daran könnte das Ticket letztlich scheitern. Denn während die Länder bereits ihre Zusage gegeben haben, die Mehrkosten zu tragen, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ nun, dass der Bund diese Zusage noch nicht gegeben hat.
Das Problem: Der Bund drückt an allen Stellen auf die Kostenbremse und Finanzminister Christian Linder (FDP) möchte die Schuldenbremse einhalten. Das Geld sitzt nicht mehr so locker wie in den vergangenen Jahren. Ein Sprecher des zuständigen Bundesverkehrsministeriums sagte der „Süddeutschen Zeitung“ (Artikel hinter Paywall), dass die Diskussion „durch die angespannte Haushaltslage“ und die „damit notwendige Priorisierung des Mitteleinsatzes erschwert“ würden.
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) fordert, Bund und Länder müssen die Finanzierung des Deutschlandtickets über 2023 hinaus sicherstellen. „Darüber hinaus brauchen wir ein dauerhaftes Deutschlandticket für Arbeitnehmer und Studierende.“ Auch mehr Ausbau und Angebot im ÖPNV, vorwiegend im ländlichen Raum, fordert der Verband. Der Vizepräsident des VDV, Werner Overkamp kritisiert in einem LinkedIn-Posting: „Solange die Finanzierung ungesichert ist, bleibt auch die Zukunft des D-Tickets unsicher.“
Klar ist: Würde das Deutschlandticket, das der amtierende Verkehrsminister Volker Wissing gerade erst eingeführt hat, wieder von der Bundesregierung einkassiert werden, wäre das eine Schlappe für die Ampel-Koalition. Angesichts der politischen Stimmung im Land dürfte man sich das kaum erlauben. Immerhin nutzen laut VDV elf Millionen Fahrgäste das Deutschlandticket – auch wenn dabei nicht alles glattläuft.
Bildquellen
- Dem Deutschlandticket droht schon Ende des Jahres das Aus: Thorsten Neuhetzki / inside digital
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