Selbsttest: Wie artenreich ist mein Garten?

Selbsttest: Wie artenreich ist mein Garten?

Private Grünflächen können wichtige Rückzugsorte für Tiere und Pflanzen sein – wenn sie richtig gestaltet werden. Doch wie erkennt man, ob der eigene Garten tatsächlich zur Artenvielfalt beiträgt? Forschende haben einen einfachen Selbsttest entwickelt, der den ökologischen Wert von Gärten ermittelt und Tipps für mehr Biodiversität gibt. Mit ihm lässt sich herausfinden, wie viel Natur wirklich im Garten steckt – und was noch fehlt.

Unsere Gärten sind mehr als nur grüne Rückzugsorte. Wenn wir sie richtig gestalten, können sie auch Tieren und Pflanzen als kleine Oasen dienen. Mit naturnahen Elementen wie Teichen, Wildblumenwiesen, Sträuchern oder Totholz schaffen Gartenbesitzer Lebensräume, die zur Erhaltung der Artenvielfalt beitragen und das Mikroklima in Städten verbessern. Gerade weil natürliche Flächen in Ballungsräumen und anderen stark vom Menschen geprägten Regionen knapp sind, übernehmen Gärten hier eine wichtige Ersatzfunktion.

Ein Selbsttest für Gartenbesitzer

Doch woher weiß ich, wie ökologisch wertvoll mein Garten ist? Dafür haben Forschende um Esther Felgentreff von der Universität Jena nun den sogenannten Gartenbiodiversitätsindex entwickelt und auf dessen Grundlage einen entsprechenden Selbsttest für Gartenbesitzer erstellt. „Der Gartenbiodiversitätsindex wurde so gestaltet, dass auch Laien ihn eigenständig durchführen können – ohne Fachwissen, nur durch Sichtkontrolle des eigenen Gartens“ erklärt Felgentreff.

Der Index bewertet 15 klar definierte Gartenmerkmale, die sogenannten Biotop-Bausteine, und gewichtet sie nach ihrem Beitrag zur Biodiversität. Dazu zählen etwa Vogeltränken, Nisthilfen, Komposthaufen, Trockenmauern, Totholz oder Teiche. „Jeder dieser Bausteine bietet einen eigenen Mini-Lebensraum. Je mehr unterschiedliche Bausteine in einem Garten vorhanden sind, desto besser, denn dann können sich auch viele Tier- und Pflanzenarten ansiedeln“, heißt es in der Anleitung zum Selbsttest. „Außerdem profitieren viele Arten auch von mehreren Bausteinen. Insekten oder Amphibien beispielsweise haben als Larve und erwachsenes Tier ganz unterschiedliche Ansprüche an ihren Lebensraum.“

Für Vögel wiederum ist es wichtig, einen Nistplatz zu haben, etwa in einer alten Baumhöhle, einer dichten Hecke oder einem Nistkasten. Außerdem benötigen die gefiederten Gartenbewohner genügend Nahrung in der Nähe, etwa in Staudenbeeten, Blumenwiesen oder blühenden und beerentragenden heimischen Sträuchern. „Jeder Biotop-Baustein bringt etwas, aber erst in der Kombination und durch die Ergänzung möglichst vieler heimischer Pflanzenarten entfalten sie ihre gesamte Wirkung“, so die Forschenden.

Deutschland liegt im Mittelfeld

Aus der Summe aller im Garten vorhandenen Bausteine ergibt sich schließlich ein „Biodiversitäts-Score“ zwischen null und 45 Punkten, der zeigt, wie ökologisch wertvoll ein Garten bereits ist und an welchen Stellen sich noch Verbesserungen umsetzen lassen. In einer bundesweiten Umfrage wurde der Test bereits auf 2.000 Gärten angewendet. Dabei zeigte sich: Die meisten Gärten liegen im mittleren Bereich der möglichen Werte. Nicht schlecht, doch es gibt noch Luft nach oben.

Wer den Selbsttest für den eigenen Garten durchführen möchte, findet ihn hier als kostenloses PDF.

Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena; Fachartikel: Landscape and Urban Planning, doi: 10.1016/j.landurbplan.2025.105449




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