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#Sibel Kekilli gibt ihr Theaterdebüt



Die Rolle ihres Lebens ist die der Kämpferin – vom Tatort bis zu „Game of Thrones“. Jetzt aber spielt Sibel Kekilli zum ersten Mal auf der Theaterbühne.

Szenen mit Blut und Tränen, Szenen mit gezückter Pistole – Sibel Kekilli gilt als Expertin für die harten Filmrollen. Unerschrocken. Im wahren Leben aber bereitet ihr gerade die politische Weltlage Sorgen: „Überall wird gerade nach rechts gewandert. Das macht mir wirklich Angst“, sagt die Schauspielerin. Rassismus, Antisemitismus, „es scheint ganz offenbar salonfähig geworden zu sein, Menschen zu attackieren, die in irgendeiner Art vom eigenen Lebensentwurf abweichen“. Von der Kunst fordert sie, Kontra zu geben, gegen den Hass. Dafür will sie jetzt auf der Bühne einstehen. Am Berliner Ensemble gibt Kekilli, die bisher nur vor Kameras spielte, mit 43 Jahren ihr Theaterdebüt. „Fremd“ heißt das Buch des jüdischen Autors Michel Friedman, das sie in Szenen liest. Darin heißt es: „Die Angst ist mein Lebensgefährte.“

Das Buch, das Sibel Kekilli in Szenen liest heißt „Fremd“ und ist vom jüdischen Autor Michel Friedman.

Foto: Rolf Vennenbernd, dpa

Sibel Kekillis Erfolg begann mit Fatih Akins „Gegen die Wand“

Figuren im Kampf- und Überlebensmodus: Woher stammt Kekillis Liebe für solche Rollen, ihr Hang zur Härte? 1980 kam sie in Oldenburg zur Welt, als Tochter türkischer Eltern, einer Arbeiterfamilie. Bevor sie Schauspielerin wurde, absolvierte sie brav eine Ausbildung in der Kommunalverwaltung. Die „Frau fürs Integrationskino“ wollte sie nie werden, und trotzdem begann ihre Karriere 2004 mit Fatih Akins Drama „Gegen die Wand“: Da spielte sie – frisch auf der Straße als Schauspieltalent entdeckt – eine Deutschtürkin, die aus einem streng muslimischen Milieu flüchtet, mit Affären und Drogen. 2010 kaperte sie dann das Krimi-Heimkino: TV-Star Axel Milberg stellte sie als seine taffe Co-Kommissarin ein, für den Bremer „Tatort“. In Hollywood erreichte sie 2011 die nächste Härtestufe: Im blutigen Fantasy-Reich von „Game of Thrones“ spielte sie die Kurtisane Shae. Mehr Eigensinn, mehr Charakter für ihre Figur, das forderte sie von den Drehbuchautoren.

Im Berliner Ensemble liest Kekilli aus Michel Friedmans Buch

Alles eine Charakterfrage: Kekilli engagiert sich für Frauenrechte, für die Organisation Terre des Femmes. Sie kämpfte auch schon gegen die Bild, sprach von einer „Hetzkampagne“, als das Blatt in intimen Details ihrer Vergangenheit wühlte. Ein Leben mit Kanten, das sie jetzt zur Bühne führt. Friedmans „Fremd“ berühre sie, sagt Kekilli. Das Buch schildert seine jüdische Kindheit im Nachkriegsdeutschland, im Gefühl der Fremdheit. Auf der Bühne spürt Kekilli fremde, neue Gefühle – aber schöne: „Diesen direkten Kontakt zum Publikum zu haben, ist für mich aufregend.“


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