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#Sind Luftreiniger fürs Klassenzimmer geeignet?

Sind Luftreiniger fürs Klassenzimmer geeignet?

Nach Hygienebeauftragten unter den Schülern für ihre 15 Klassen musste Birgit Dittmer-Glaubig nicht lange suchen. Sofort hätten sich Freiwillige gefunden, sagt die Konrektorin der Münchner „Mittelschule an der Simmernstraße“ in Schwabing. Vergisst der Lehrer, nach 20 Minuten die Fenster zu öffnen, soll ihn der Schüler daran erinnern. Vergisst ein Mitschüler Schal oder Mütze, sitzt seine Maske nicht richtig, könnte ihn der Hygiene-Assistent auch daran erinnern. Das sei zumindest der Plan, sagt die Konrektorin, denn die jungen Assistenten seien erst seit kurzem im Einsatz. „Die Schüler finden es gut, wenn auch sie Verantwortung übernehmen.“ In Frage gestellt hätten das Lüften bislang weder ihre Kollegen, noch Schüler oder deren Eltern. „Die Eltern sind eher froh, dass wir uns kümmern. Aber die Kritik kommt vielleicht noch, wenn es kälter wird.“

Karin Truscheit

Das Lüften läuft meist so: Die Türen der Klassenzimmer werden offengelassen, solange keine Referate gehalten oder Arbeiten geschrieben werden. Auf den Gängen sind die Fenster auf Kipp, in den Zimmern wird alle 20 Minuten für fünf Minuten mit weit geöffneten Fenstern stoßgelüftet, ebenso in den Pausen. Die Konrektorin hat in einem Elternbrief darum gebeten, den Kindern Mütze und Schal mitzugeben, falls es ihnen kalt wird. Mit dem Lüften müsse und könne man sich arrangieren. „Was ist die Alternative? Schulschließungen will keiner. Die meisten unserer Schüler waren hochfroh, als die Schule endlich wieder losging.“

Das Lüften sei schon eine Herausforderung, sagt hingegen Sabine Bösl, die im Landkreis Miesbach die Grundschule Holzkirchen leitet. Je nach Raumgröße müsse man aufpassen, dass sich die Kinder nicht an den geöffneten Fenstern verletzten. „Und wir wollen auch nicht, dass sich die Kinder, wenn es richtig kalt wird, reihenweise erkälten.“ An der Grundschule wird alle 45 Minuten für fünf Minuten stoßgelüftet, so sieht es das Kultusministerium vor. „Und fünf Minuten in der Zugluft können lang sein.“ Vielversprechend findet Bösl den Einsatz von Raumluftreinigern. Die seien jedoch teuer. Bis zu 3000 Euro kostet ein Gerät.

Ist das Risiko, sich zu erkälten, so groß?

Die Anschaffung von Luftreinigungsgeräten für Schulen und Kitas wird von der bayerischen Staatsregierung mit einem Förderprogramm von 50 Millionen Euro in Aussicht gestellt, aber nur dann, wenn ausreichende Lüftung nicht möglich sein sollte. Denn das „freie Lüften“, also die Fensterlüftung, sei immer noch die „geeignetste Methode zur Reduktion potentiell infektiöser Aerosole in der Raumluft“, teilt ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums mit. Das Ministerium beruft sich auf die aktuelle Einschätzung der Kommission Innenraumlufthygiene des Umweltbundesamtes. In Bayern sieht der Rahmenhygieneplan bislang die Stoßlüftung über vollständig geöffnete Fenster mindestens alle 45 Minuten für mindestens fünf Minuten vor. Zudem sollte, so der Sprecher, gemäß Umweltbundesamt zusätzlich alle 20 Minuten für drei Minuten gelüftet werden. „Wo immer dies praktikabel ist, sollte es auch gemacht werden.“

Da war es wenigstens noch warm: Schüler in Münster im August


Da war es wenigstens noch warm: Schüler in Münster im August
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Bild: dpa

Das regelmäßige Lüften ist auch in Corona-Zeiten nicht gerade beliebt. Schon im Sommer gab es Lehrer, die wegen des Lärms auf der Straße auch nicht für ein paar Minuten die Fenster öffnen wollten. Und mit Beginn des Herbstes fürchten nun manche Eltern und Lehrer, dass es durch das Lüften mehr Husten, Schnupfen, Heiserkeit gibt.

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