#Veranstaltungen in Berlin diese Woche: Goldener Aluhut und Sophie Hunger
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„Veranstaltungen in Berlin diese Woche: Goldener Aluhut und Sophie Hunger“
Welche Veranstaltungen finden diese Woche in Berlin statt? Was könnt ihr sehen, hören und unternehmen? Wir hätten da 12 gute Ideen für die Woche: zum Beispiel einige Konzerte in der Kulturbrauerei, im Badehaus oder an der Volksbühne, wo Sophie Hunger auftritt. In den Theatern hebt sich der Vorhang für Performances über die Zukunft und einen Schiller-Klassiker. Und wenn ihr wissen wollt, was an der Verschwörungs- und Esoterikfront so los ist: Diese Woche wird in Berlin der goldene Aluhut verliehen. Hier sind unsere 12 Tipps für Veranstaltungen in Berlin diese Woche.
Diese Woche im Delphi: lautten compagney

Klassik Das Berliner Ensemble ist eine der renommiertesten Barockformationen. Die lautten compagney arbeitet in ihren Konzerten gern interdisziplinär und sucht Schnittstellen zu anderen Epochen. Die aktuelle Ausgabe der Konzertreihe „:lounge“ verwandelt das Theater im Delphi in eine Loop-Station, bei der Werke barocker Komponisten wie Händel und Telemann auf zeitgenössische Klänge. u.a. von Philip Glass treffen.
- Theater im Delphi, Gustav-Adolf-Str. 2, Weißensee, Di 27.10., 19.30 Uhr, www.theater-im-delphi.de
„Future Fortune“ im HAU

Bühne In die Zukunft blicken können, das wollen wohl viele. Kaffeesatz, Kartenlegen, Horoskope – Hilfsmittel gibt es reichlich, doch nur die Wettervorhersage liegt einigermaßen richtig. Durchaus wissenschaftlich sind auch Computerprogramme und Algorithmen, die mögliche Zukunftsszenarien errechnen. Die Choreografin Dragana Bulut nimmt in ihrer Performance mit Science-Fiction-Elementen wie Zeitreisen und einem semi-humanoiden Roboter Vorbestimmung und Visionen auseinander und „befragt unsere Handlungsmacht, die Zukunft herzustellen“.
- HAU 2, Hallesches Ufer 32, Kreuzberg, Mi 28.10., 17.30 Uhr + 21 Uhr, www.hebbel-am-ufer.de
Trio con Brio Copenhagen

Klassik Das Ensemble Trio con Brio Copenhagen feierte im vergangenen Jahr das 20. Jubiläum. Das Repertoire der koreanischen Schwestern Soo-Jin (Violine) und Soo-Kyung Hong (Violoncello) sowie des dänischen Pianisten Jens Elvekjaer fokussiert vor allem das 19. Jahrhundert sowie das Schaffen zeitgenössischer skandinavischer Komponisten. Beim Debüt des Trios im Pierre Boulez Saal trifft Bent Sørensens „Phantasmagoria“ (2007) auf kammermusikalische Werke von Beethoven und Smetana.
- Pierre Boulez Saal, Französische Str. 33 D, Mitte, Mi 28.10., 19.30 Uhr, www.boulezsaal.de
Marlène im Kesselhaus

Musik Nach ihrer Debüt-EP präsentiert die Berlinerin mit „Feinstoff“ ein neues Kurzwerk, das Kammerpop in Form von Cello, Gitarre, Keyboards und Elektronik mit deutschen Texten kombiniert. Marlène reflektiert stilsicher und bisweilen sehr sarkastisch das typische Hauptstadtleben zwischen Neuköllner Nachtleben, Dekadenz im Grill Royal und dem Warten auf den nächsten Termin beim Jobcenter.
- Kulturbrauerei/Kesselhaus, Knaackstr. 97, Prenzlauer Berg, Mi 28.10., 20 Uhr, www.kesselhaus.net
Anna Mateur: Kaoshüter

Cabaret Noch kurz vorm Lockdown hatte die Dresdner Musikkabarettistin Anna Mateur Premiere mit ihrem neuen Programm. Gerade noch rechtzeitig. Und fast weitsichtig hadert sie darin gleich zu Beginn mit ihrer Berufswahl. Als hätte sie geahnt, dass nur Wochen später, Kunstschaffende plötzlich auftragslos und als nicht systemrelevant weitgehend alleingelassen werden. Doch Anna Mateurs Unbehagen galt damals dieser „Dangerous Daily Routine“. Sie hütet lieber das Chaos, das Unberechenbare. Und das zeigt sie glänzend in ihrer ebenso unterhaltsamen wie irritierenden Show mit ihren beiden Gitarristen The Beuys. Groß!
- Bar jeder Vernunft, Schaperstr. 24, Wilmersdorf, 28.–31.10., jeweils 20 Uhr, 1.11., www.bar-jeder-vernunft.de
Jacinta Nandi präsentiert „Die schlechteste Hausfrau der Welt“

Manifest Der Mann ist Professor, sitzt auf dem Sofa, guckt fern. Und ist unzufrieden mit der Hausarbeit seiner Freundin. Jacinta Nandi ist zwar „Die schlechteste Hausfrau der Welt“. Aber das geht der Mutter, Feministin und Autorin dann doch zu weit. Ihr heiter-wütendes Buch, „Erfahrungsbericht und Manifest“, es handelt von Hausfrauen-Facebookgruppen, Federkissen in der Waschmaschine, Sexarbeiterinnen, Pegida-Kevin oder Cleanfluencerinnen. Und von diesem Gefühl, in einem Zombie-Apokalypse-Film zu stecken.
- Pfefferberg Theater, Schönhauser Alle 176, Mitte, Mi 28.10., 20 Uhr, www.pfefferberg-theater.de
Zuckerklub und Acht Eimer Hühnerherzen

Musik Nicht einmal ein Virus könne sie stoppen, verkünden die beiden Berliner Musikerinnen Marlen Pelny und Chio alias Zuckerclub auf ihrer Homepage. Nach einer längeren Platten-Pause präsentiert das Indie-Duo mit „Jemand so wie du“ eine neue EP, die Alltagspoesie und bezaubernde Harmonien zusammenführt. Ebenfalls äußerst melodiös präsentieren sich Acht Eimer Hühnerherzen. Das Kreuzberger Trio um Frontfrau Vega bewegt sich mit seinen akustischen Arrangements zwischen Indie-Punk und Power Pop und stellt ebenfalls eine neue Platte vor, die schlicht mit „album“ betitelt wurde.
- Kulturbrauerei/Kesselhaus, Knaackstr. 97, Prenzlauer Berg, Do 29.10., 20 Uhr, www.kesselhaus.net
Diese Woche hat „Maria Stuart“ im DT Premiere

Bühne Anne Lenks letzte Premiere am DT war mit Molières „Der Menschenfeind“ auch schon ein Klassiker. Die Inszenierung wurde zum Theatertreffen eingeladen und erhielt eine Nominierung für den Friedrich-Luft-Preis 2020. Lenk zeigte eindrucksvoll, dass Molières Klassiker eigentlich ein Stück über eine unabhängige Frau ist.
Das ist zweifellos auch Maria Stuart, die ungestüme schottische Königin, der allerdings übel mitgespielt wird, nicht zuletzt von einer anderen mächtigen Frau, ihrer Cousine Elisabeth I. Franziska Machens spielt Maria in Lenks Regie, Ensemble-Neuzugang Julia Windischbauer ihre Gegenspielerin Elisabeth.
- Deutsches Theater,Schumannstr. 13a, Mitte, Fr 30.10., 19.30 Uhr (Premiere), Sa 31.10., 19 Uhr, So 1.11., 19 Uhr, www.deutschestheater.de
Der goldene Aluhut

Preisverleihung „2020 – was ist das für ein Jahr!“, jubeln die Erfinder*innen vom „Goldenen Aluhut“, dem jährlich verliehenen Preis für irre Hohlköpfe, Verschwörungsgläubige und sonstige Verstrahlte. Und weiter: „Weinende Sänger, überschäumende Köche und gut gebräunte Demos prägen unser Bild der Welt dieser Tage.“
Kurzum: An vielversprechenden Kandidat*innen für den goldenen Aluhut mangelt es in diesem Jahr nicht. Vergeben wird der Negativpreis in den Kategorien Verschwörungstheorien allgemein, Politik, Medien und Blogs, Medizin und Wissenschaften sowie Esoterik. Die Zuschauer*innen dürfen sich auf fünf launige Laudationen und die Punk-Band Jack Pott freuen. Parkplätze für Reichsflugscheiben sind vorhanden. Das Tragen von Aluhüten ist erwünscht.
- Heimathafen Neukölln, Karl-Marx-Str. 141, Neukölln, Fr 30.10., 20 Uhr, auch Tickets für den Livestream buchbar, www.heimathafen-neukoelln.de
Jamila & The Other Heroes

Musik Frontfrau Jamila Al-Yousef und ihre Band zelebrieren eine einzigartige Mischung aus Psychedelic und Funk. Die Sechssaitigen zaubern Reminiszenzen an den Tuareg Blues, während sich die Percussion vor allem an Klängen aus Nahost orientiert. Die Berliner klingen mal jazzig, dann wieder Wave-affin. Letztlich gibt es zwischen unterschiedlichen Musikstilen Verwandtschaftsbeziehungen – analog zu den Menschen und Kulturen, wovon die Texte des Albums „Sit El Kon (The Grandmother of the Universe)“ handeln.
- Badehaus, Revaler Str. 99, Friedrichshain, Sa 31.10., 21 Uhr, www.badehaus-berlin.com
„Der Karneval der Tiere“ in der Philharmonie

Klassik Zu Lebzeiten hat der französische Komponist Camille Saint-Saën seine Suite für Kammerorchester nicht zur Veröffentlichung freigegeben, nichtsdestotrotz zählt das 1896 entstandene Werk heutzutage zu seinen bekanntesten und zu einem Klassiker der Programmmusik. Nina Hoss fungiert bei der Aufführung der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker als Erzählerin. Das Konzert, das auch Maurice Ravels „Ma Mère l’Oye“ beinhaltet, dirigiert Nodoka Okisawa, die seit dieser Spielzeit Kirill Petrenko assistiert.
- Philharmonie/Kammermusiksaal,Herbert-von-Karajan-Str. 1, Tiergarten, So 1.11., 15 Uhr+19 Uhr, www.berliner-philharmoniker.de
Sophie Hunger in der Volksbühne

Musik Auf ihrem sechsten Album „Molecules“ (2018) flirtete die Schweizer Indie-Pop-Musikerin mit elektronischen Sounds. Zuletzt komponierte sie in ihrer Berliner Wohnung aber wieder am Klavier. In der Tat markieren die Songs der Ende August erschienenen Platte „Halluzinationen“ eine Rückkehr zu akustischen Elementen, die durch Effekte verfremdet werden. Die in den Londoner Abbey Road Studios eingespielten Stücke zeichnen sich durch mehrsprachige Texte aus. Die Kritik zu „Halluzinationen“ und vielen weiteren findet ihr in unseren Platten der Woche. Und live könnt ihr Sophie Hunger am 1. November
- Volksbühne Berlin, Rosa-Luxemburg-Platz, Mitte, So 1.11., 19+21 Uhr, www.volksbuehne.berlin
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Pure Ästhetik: Berlins beste Kunstausstellungen in Galerien und Museen empfehlen wir hier. Ein Höhepunkt für die Berliner Kunstwelt: Noch bis 1.11. läuft die Berlin Biennale – die besten Ausstellungen findet ihr hier.
Und falls ihr noch Tickets ergattern könnt: So gut ist „Studio Berlin“, die Boros-Ausstellung im Berghain. Wenn ihr euch trotz Corona die Vorfreude nicht nehmen lassen wollt: 12 Konzerte in Berlin, die uns jetzt schon Lust aufs Jahr 2021 machen.
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