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ZDF und ARD wollen nach der Debatte um eine zurückgezogene Ankündigung ihres gemeinsamen Jugendangebots „funk“ die Qualitätskontrolle der dort veröffentlichten Inhalte verstärken. Die „funk“-Zentrale in Mainz solle dafür personell aufgestockt werden, sagte der ZDF-Intendant Norbert Himmler am Freitag bei einer Sitzung des Fernsehrats auf Nachfrage eines Ratsmitglieds. Mit Kai Gniffke, dem Intendanten des bei „funk“ federführenden Südwestrundfunks (SWR), habe er außerdem vereinbart, dass Inhalte von „funk“ wieder einen Hinweis erhalten, ob sie in redaktioneller Zuständigkeit des SWR oder des ZDF entstanden sind.
Was haben sie gemeinsam? „Sie sind rechts“
„funk“ hatte sich zuvor offiziell für einen Instagram-Post des Formats „Die da oben!“ entschuldigt, in dem es um „rechte“ Politiker ging. Der Beitrag war für zwei Stunden im Netz abrufbar und dann zurückgezogen worden. In dem Post hieß es: „Björn Höcke, Alice Weidel, Friedrich Merz und Markus Söder haben was gemeinsam: Sie sind rechts.“
Die Ankündigung wurde durch einen anderen Text ersetzt, in dem es heißt, man habe sich missverständlich ausgedrückt. „Die Instagram-Story von Die da oben! entspricht nicht unseren journalistischen Standards und wir teilen die Kritik daran. Gemeinsam mit der Redaktion von funk werden wir diesen Fehler aufarbeiten“, hatte der SWR-Intendant und ARD-Vorsitzende Kai Gniffke mitgeteilt.

Gleich geht es los mit den „Rechten“: Victoria Reichelt moderiert den Beitrag von „Die da oben!“
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Bild: DIE DA OBEN!/Youtube
Der fragliche Beitrag selbst, der unter der Überschrift „Rechte Politik: Darum geht es WIRKLICH!“ steht und CDU, CSU, FDP und AfD unter der Zuschreibung „rechts“ verortet, ist nach wie vor online. An diesem hatte der SWR-Intendant und frühere Chef der Nachrichtenredaktion ARD-aktuell Gniffke bislang nichts auszusetzen. Anders hält es die ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten. „Es wurde alles in einen Topf geworfen“, sagte sie. Konservative Politiker von CDU und CSU seien in dem Beitrag „in Richtung Extreme“ gerückt worden, während umgekehrt die AfD durch die Analogie verharmlost worden sei. „Bei uns hätte es die Abnahme nicht durchlaufen“, kritisierte sie die internen Abläufe.
In der Fernsehratssitzung gingen Himmler und Schausten auch auf Kritik am ZDF ein, die Sendeanstalt habe am vergangenen Wochenende nicht angemessen auf den Putschversuch des Söldnerführers Jewgeni Prigoschin in Russland reagiert. Tatsächlich sei das ZDF vor der ARD auf Sendung gegangen und habe über die Ereignisse in unterschiedlichsten Formaten berichtet, erklärte Himmler. Er sei allerdings grundsätzlich dagegen, bei Krisen mit unübersichtlicher Nachrichtenlage im Hauptprogramm eine Dauerschleife von „Ungesichertem und Wiederholungen“ zu senden.
Schausten erklärte, wegen zahlreicher Sport-Großereignisse wie dem Tennisturnier in Halle und der „Special Olympics“ in Berlin sei es schwierig gewesen, kurzfristige Programmänderungen vorzunehmen. Mit verlängerten Nachrichtensendungen und ZDF-Spezial-Formaten seien die Ereignisse aber „gut abgebildet“ worden. Das ZDF sei kein Nachrichtenkanal.
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