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#Apple vs. Facebook – Was Sie über den Streit der Tech-Riesen wissen müssen

Apple vs. Facebook – Was Sie über den Streit der Tech-Riesen wissen müssen

Worüber streiten Apple und Facebook?

Es geht um eine Neuerung in iOS, Apples Betriebssystem für das iPhone. Vom Beginn des Frühjahres an sollen Nutzer beim Öffnen von Apps ein Fenster zu sehen bekommen, das sie vor die Wahl stellt, dieser App das Nachverfolgen ihrer Online-Aktivitäten – vor allem zu Werbezwecken – mit sogenanntem „Tracking“ ausdrücklich zu erlauben oder nicht. Bisher war das Einverständnis der Nutzer vorausgesetzt worden, und wenn diese Tracking vermeiden wollten, mussten sie das manuell deaktivieren. Apple macht nun also das bisherige „Opt-out“ zu einem „Opt-in“, und es ist zu erwarten, dass viele Nutzer die Zustimmung nicht geben werden. App-Betreiber wie Facebook hätten somit Zugriff auf weniger Daten.

Warum führt Apple diese neue Funktion ein?

Roland Lindner

Gustav Theile

Der iPhone-Hersteller sagt, ihm liege die Privatsphäre seiner Kunden am Herzen. Die neue Maßnahme heißt deshalb auch: „App Tracking Transparency“. Apple argumentiert seit Jahren so: 2016 lieferte der Konzern sich sogar einen öffentlichkeitswirksamen Streit mit der amerikanischen Regierung und wehrte sich mit Verweis auf seine Datenschutzprinzipien mit aller Macht, der Bundespolizei FBI bei der Entschlüsselung des iPhones eines der Verantwortlichen für ein Attentat zu helfen. Besondere Verachtung hat Apple für die Datenschutzpraktiken von Facebook, und Vorstandschef Tim Cook nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Als Facebook im Jahr 2018 von der Datenaffäre um das britische Unternehmen Cambridge Analytica erschüttert wurde, sagte er, Apple würde so etwas nicht passieren.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg konterte, man solle doch keinem „Stockholm-Syndrom“ verfallen. Und sich von Unternehmen, die alles daran setzten, ihre Produkte so teuer wie möglich zu verkaufen, erzählen lassen, ihnen lägen ihre Kunden mehr am Herzen. Die gegenseitige Abneigung hat ihren Kern darin, dass die beiden Unternehmen verschiedene Geschäftsmodelle verfolgen. Apple verkauft schicke Geräte, verlangt viel Geld dafür und verdient mit App-Abos Geld. Facebook bietet seine Dienste gratis an, die Einnahmen kommen aus dem Werbegeschäft, und um möglichst passende Werbung zeigen zu können, werden Nutzerdaten ausgewertet.

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Um welches Tracking geht es genau?

Es geht um die Nachverfolgung mithilfe des sogenannten IDFA. Der „Identifier for Advertisers“ ermöglicht es, iPhone-Nutzer in Apps zu tracken. Unternehmen können so beispielsweise nachvollziehen, ob eine Werbeanzeige dazu geführt hat, dass ein Nutzer eine App installiert hat. Zudem können sie Nutzern Werbung ausspielen, die diese besonders interessiert. Der IDFA wird jedem Gerät zufällig zugewiesen und sammelt Daten über Interessen und das Verhalten des Nutzers, nicht aber persönliche Informationen. Er ist vergleichbar mit den Cookies, die Nutzer in Browsern wie Google Chrome nachverfolgen und denen Nutzern seit etwa einem Jahr häufiger zustimmen müssen.

Wie könnte das Update Facebook schaden?

Facebook betreibt einen Dienst namens Audience Network. Damit lassen sich Werbekampagnen, die auf Facebook oder Instagram geschaltet werden, auf andere Apps ausweiten. Nach Darstellung Facebooks nutzt jede dritte der 500 beliebtesten Apps im Google Play Store in Amerika diesen Dienst und verdient damit Geld. Facebook warnte im November, die App-Werbeeinnahmen würden um mindestens 50 Prozent sinken, und ergänzte: „Apples Updates können das Audience Network auf iOS 14 so ineffektiv machen, dass es möglicherweise keinen Sinn mehr ergibt, das auf iOS 14 anzubieten.“

Was unternimmt Facebook dagegen?

Facebook kritisiert unter anderem, dass Apple vorgibt, wie die Apps ihre Nutzer um die IDFA-Erlaubnis fragen. In dem vorgegebenen Fenster wird demnach nicht ausreichend deutlich, dass die Datensammlung auch Vorteile hat, weil die Nutzer passendere Werbung angezeigt bekommen und sich die App-Betreiber so finanzieren. Facebook will deshalb, unmittelbar bevor das neue Update eingeführt wird, die Nutzer selbst um eine Erlaubnis fragen. Dort soll dann deutlicher werden, welche Vorteile personalisierte Werbung hat.

Worum geht es Facebook?

Facebook führt einen Abwehrkampf, um sein Geschäftsmodell zu verteidigen. Das ausgiebige Sammeln von Daten, das für personalisierte Werbung nötig ist, wird immer stärker kritisiert. Facebook gelingt es häufig nicht gut, die eigene Position zu rechtfertigen. Im Streit mit Apple stehen die Chancen besser, das zu erreichen: Facebook kann sich einerseits als Anwalt vieler kleiner Unternehmer inszenieren, anderseits als Verfechter des „freien Internets“, in dem Inhalte kostenlos sind und stattdessen über Werbung finanziert werden.

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