Atmosphäre im Wohnzimmer

Elektronische Unterhaltung findet im Wohnzimmer statt. Dort hört man Musik und schaut Filme. Wenn es nicht aussehen soll wie im Studio oder Kino, muss die Menge der Gerätschaften reduziert werden. Aus ästhetischen und platztechnischen Gründen ist die Soundbar als All-in-one-Gerät im Vorteil, weil sie sich unter dem Fernseher meist schmal und klein macht. So wie etwa die Soundbar 900 von Bose für 950 Euro, die nur knapp 6 Zentimeter hoch, 10 Zentimeter tief und etwa einen Meter lang ist. Von dieser Größe gibt es einige Produkte auf dem Markt, das von Bose ist in der weißen Version unseres Erachtens zurzeit das hübscheste.

Die Soundbar ist schnell mit dem Fernsehgerät gekoppelt. Bis auf die klassische Verbindung mit dem HDMI-Kabel läuft der Rest über das Smartphone. Die App Music von Bose verwaltet alle Produkte des Herstellers. Was uns jedes Mal am amerikanischen Unternehmen ärgert: Bose verlangt eine Anmeldung, bevor es losgehen kann. Dann funktioniert die Einbindung auf die übliche Art, indem das Smartphone die Soundbar ins heimische Netz integriert und als Fernbedienung agiert. Uns gefällt die App von Bose so gut, dass die beiliegende Fernbedienung im Karton blieb. Die App ist aufgeräumt, schick gestaltet und bietet alle Funktionen, die man braucht. Die Quelle lässt sich mit einem Tipp auswählen: TV, Bluetooth, Airplay. Ein Equalizer ist an Bord. Zwei Assistenten, Google und Alexa, lassen sich einrichten. Die Soundbar hat ebenso Spotify Connect integriert.

In den Tiefen zeigt sich der Klang mit Schwächen

Somit bietet Bose alles, was man braucht, um Musik in moderner Weise zu hören. Auch klanglich: Wie bei seinen Kopfhörern und Mini-Monolautsprechern schafft es Bose, einen gefälligen Klang abzuliefern, der Spaß macht. Die Soundbar klingt nie nervig oder spitz, analytischer und kalter Sound ist ihr fremd. Der Bass durchdringt angenehm das Wohnzimmer. Manchmal dürfte er zurückhaltender sein. Hin und wieder schleichen sich etwas zu undefinierte Tiefen ein. Dann hat man das Gefühl, dass Bose einen externen Subwoofer mit großer Membran, den manche Soundbars als Partner haben und der meist störend in der Ecke steht, digital simuliert. Uns würde es nichts ausmachen, wenn die Soundbar selbstbewusst den Gang in die tiefsten Tiefen vermeiden würde. Das ist gerade dann verzichtbar, wenn man eher wenige Actionfilme schaut, in denen es kracht und scheppert. Solche Frequenzen gehen sowieso mehr in den Magen als ins Ohr. Dennoch ist im Wohnzimmer mit dem Bose-Riegel einiges los, wenn es im Film dumpf zugeht.

Hübsche Kiste: Apple TV 4K als Bild- und Tonlieferant


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Bild: Apple

Momentan müssen Soundbars eher eine andere Kunst beherrschen: Dolby Atmos. Das Format ist auf dem Weg zum Standard, sei es im großen oder im heimischen Kino. Dabei kommt der Filmsound nicht nur von vorn, hinten und der Seite, sondern ebenso von oben. Man spricht von Raumklang. Was sich jeder auch ohne Expertenwissen schnell denken kann: Das kann mit einer Soundbar nicht funktionieren, weil sie ja nur Schall von vorne produzieren kann. Ja, das stimmt. Aber nicht nur die Ingenieure von Bose beherrschen allerlei digitale Tricks, um so zu tun, als käme der Sound zumindest von der vorderen Hälfte des Raumes. Und der Schall geht zum Teil tatsächlich nach oben weg, wie man an den beiden Seiten sehen kann, wo ein Netz die horizontal sitzenden Membranen verdeckt. Man muss sich nichts vormachen: Zurzeit gibt es eine einzige Soundbar auf den Markt, die Raumklang wirklich gut simulieren kann. Das ist die Ambeo von Sennheiser für 2500 Euro. Alle anderen Versuche sind ambitioniert, aber reichen nicht an eine Surroundanlage mit mehreren Lautsprechern und Subwoofer heran.

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