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#Berliner Galerie Parterre diskutiert Feiningers Karikaturen

Berliner Galerie Parterre diskutiert Feiningers Karikaturen

Über „Kolonialrassismus in Feiningers Karikaturen?“ würde an diesem lauen Donnerstagabend mitten im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg diskutiert werden. Das Fragezeichen im Titel hätte man problemlos streichen können. Dafür hätte ein Blick in die Tischvitrine gleich hinter dem Eingang in der Galerie Parterre genügt. Die kleine, aber ehr­geizige Institution zeigt anlässlich des 150. Geburtstags von Lyonel Feininger noch bis zum 12. September eine reichhaltige Auswahl von Arbeiten des Amerikaners, die in dessen Berliner Jahren entstanden sind: vor allem Karikaturen, denn Feininger war ein Vierteljahrhundert lang, von 1890 bis 1915, einer der aktivsten Pressezeichner in Deutschland, wo er ab 1887 lebte. In diese Phase fielen zwei Er­eignisse, die das neue koloniale Selbst- und Sendungsbewusstsein des Deutschen Reichs provozierten – und da­mit auch entsprechende Grausamkeiten: die Niederschlagungen des sogenannten Boxeraufstands in China und der Erhebungen der Herero in Namibia, dem damaligen Deutsch-Südwest­afrika.

In der Tischvitrine der Ausstellung liegt neben vielem anderen ein Buch, 1900 erschienen unter dem Titel „Zopf ab – Die China-Affäre im Lichte der eu­ropäischen Karikatur“. Otto Eysler, Herausgeber der Berliner Satirezeitschrift „Lustige Blätter“, hatte aus den aktuellen Geschehnissen Kapital schlagen und dem Nationalstolz der Deutschen auf die vom Kaiser persönlich angeordnete Strafexpedition gen Fernost ein Vademecum bieten wollen: mit lauter Karikaturen, die den Kampf der europäischen Mächte gegen und ihren Sieg über die „gelbe Gefahr“ zeigten. Das Titelbild dazu fertigte Eyslers wichtigster Zeichner an: eben Lyonel Feininger. Es zeigt das Klischeebild ei­nes Chinesen, wie es im Buche steht. Und hier sogar darauf.

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