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#Geschlechtsreif mit 150 Jahren

„Geschlechtsreif mit 150 Jahren“

Ausnahmsweise gratulieren möchten wir diese Woche der Bild-Zeitung, und zwar zu ihrer Schlagzeile vom Mittwoch. Sie verwandelt eine Vorlage von Peta. „Größte Tierschutz-Organisation fordert“ steht da und, noch mal deutlich größer: „Sex-Verbot für fleischessende Männer!“ Fleisch, Sex, Männer: Mehr Reizthemen lassen sich in einer Zeile kaum unterbringen. Eigentlich fehlt nur Corona, aber von fleischessenden ungeimpften Männern hat Peta leider nicht gesprochen.

Jörg Thomann

Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Die von Bild befragten Männer und Frauen auf der Straße jedenfalls machen sich über die Forderung sehr ernsthaft Gedanken: „Wenn ich als fleischessender Mann keinen Sex mehr haben dürfte, würde ich halt aufhören, Fleisch zu essen“, sinniert ein Würzburger Rentner, und eine Bratwurstverkäuferin sagt: „Ich hätte ein großes Problem, wenn mein Mann keinen Sex mehr haben dürfte!“ Und ihr Mann etwa nicht? Doch es stimmt schon: Als Bratwurstverkäuferin dürfte sie schwerlich nette Vegetarier kennenlernen, die für den zwangsstill­gelegten Gatten einspringen könnten.

Madonnas Dating-Regel

Von dieser Frau könnte sich – und jetzt bitte die Wurstabteilung gedanklich verlassen – selbst Leonardo DiCaprio eine Scheibe abschneiden: Sängerin Madonna, schreibt Frau im Spiegel, „soll seit 2008 niemanden mehr gedatet haben, der nicht mindestens 28 Jahre jünger war als sie. Aktuell ist es Model Andrew Darnell, 23.“ Während DiCaprio mit seinen 47 Jahren offensichtlich Schwierigkeiten hat, sich an seine angeblich feste Regel zu halten und nur Frauen bis 25 zu daten – er soll nun eine Romanze mit Gigi Hadid, 27, begonnen haben –, wird es für die 64 Jahre alte Madonna zusehends leichter: Mit jedem Lebensjahr wächst für sie ja unter den 28 Jahre jüngeren Kerlen die Auswahl.


Bild: F.A.Z.

Sky du Mont, 75, dessen neue Freundin sogar 29 Jahre jünger ist, betont gegenüber Frau im Spiegel: „Ich hatte aber auch Frauen, die älter waren als ich.“ Aber sicher nicht in den letzten 50 Jahren, oder? Als das Gespräch auf das Thema Wiedergeburt kommt, wünscht sich du Mont, nicht als Grönlandhai zurückzukehren – denn der „erreicht seine Geschlechtsreife erst mit 150 Jahren. Wer will das schon?“ Dafür hat man als Grönlandhai vermutlich eine richtig lange und unbeschwerte Kindheit.

Ein neuer Treueschwur

Für viele überraschend hat sich bei Königin Elisabeths Beerdigung der spanische Ex-König Juan Carlos Seite an Seite mit Gattin Sofia gezeigt. Das goldene Blatt behauptet, Sofia habe ihn zuvor schon im Exil in Abu Dhabi besucht: „Bei einem Dinner im Schatten von Palmen soll Juan Carlos Sofia von nun an seine Treue geschworen haben.“ Wir vermuten mal, mit nunmehr 84 Jahren leistet man einen solchen Schwur leichteren Herzens.

Wieder vereint: Sofia und Juan Carlos bei der Trauerfeier für die Queen


Wieder vereint: Sofia und Juan Carlos bei der Trauerfeier für die Queen
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Bild: AFP

Wie Jungverliebte hingegen wirken Veronica Ferres und Carsten Maschmeyer. Das neue Blatt reportiert: „,Ich dachte immer, Liebe fängt mit ‚L‘ an. Bei mir aber mit ‚V‘“, postet er im Internet zusammen mit Pärchenbildern.“ Dann möchten wir beiden weiterhin viel Viebe wünschen. Ein Tom Kaulitz könnte seiner Ehefrau Heidi Klum leider kein ähnliches Kompliment machen – mit H sollte Liebe wirklich niemals anfangen.

Von ihrer Freundschaft zu Klum erzählt Kollegin Tyra Banks in Gala: „Wir haben sogar bestimmte Laute, wie wir uns begrüßen.“ Schade, dass Gala nicht nachgehakt hat, um welche Laute genau es sich handelt: quieken, grunzen, schnurren, fauchen?

Wasser für Wickert

Vor laufender Kamera ein Gläschen geleert hat Ulrich Wickert mit seiner einstigen Kollegin Caren Miosga, die ihn als Rekordmoderatorin der „Tagesthemen“ abgelöst hat. Auf die Nachfrage von Bild, was in den Schnapsgläsern war, antwortet Wickert: „Wir tranken das, was wir früher chateau la pompe nannten!“ – „Heißt: Wasser!“, übersetzt Bild. Die Vorwürfe der Gebührenverschwendung hat die ARD anscheinend so sensibilisiert, dass selbst der alte Rotweinsüffler Wickert sich heute mit Wasser begnügen muss.

Einschränken müssen wir uns freilich alle, weshalb das, was Das goldene Blatt als „Die gute Nachricht der Woche“ verkauft, höchstwillkommen ist: „Stephanie Kirchner (33) aus Hessen hat den absoluten Spar-Tipp – ,Ich reite mit meinem Pferd zur Arbeit‘“. Seit der Umstellung von weit mehr als 100 auf eine Pferdestärke habe sie „etwa 250 Euro weniger Ausgaben im Monat“, sagt Kirchner, die nur einen Nachteil sieht: „Auch wenn wir unterwegs galoppieren, brauche ich jetzt 40 Minuten für eine Strecke.“

Trotzdem finden wir die Vorstellung faszinierend, dass fortan alle Deutschen zur Arbeit ritten. Auf den Straßen wäre mehr Platz (auf eine Fahrbahn sollten zwei Pferde passen), Tankstellen wichen Futtertrögen, es gäbe Park-and-horse-ride-Plätze, statt Abgasgestank durchzöge unser Land ein würziger Naturduft aus Heu und Äpfeln. Über Details wie das Dienstpferdprivileg oder die Einführung des 9-Euro-Gauls müsste man noch reden. Nicht zuletzt wäre all dies ein versöhnlicher Schlusspunkt einer unterkomplexen Sommerdebatte: Alle Deutschen könnten sich jeden Tag wie ihr heißgeliebter Winnetou fühlen.

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