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#Israelische Bodenoffensive: Mindestens 50 Tote bei Angriff auf Flüchtlingslager

Die israelische Armee konzentriert sich bei ihrer Bodenoffensive nach offiziellen Angaben auf Tunnelsysteme der Hamas. Bilder aus einem ebenfalls angegriffenen Flüchtlingslager zeigen Bombenkrater und ausgebrannte Gebäude.

Im Gazastreifen sind am Dienstag nach palästinensischen Angaben bei einem israelischen Luftangriff mindestens 50 Menschen in einem dicht besetzten Flüchtlingslager gestorben. Die radikal-islamische Hamas erklärte, es gebe 400 Tote und Verletzte, Mitarbeiter von einem Krankenhaus in Gaza sprachen von über 50 toten Palästinensern und 150 Verwundeten. Die israelische Armee trieb ihre Bodenoffensive weiter voran und konzentrierte sich nach offiziellen Angaben auf die Vernichtung von Tunnelsystemen.

Im Flüchtlingslager Dschabalia im Norden des Gazastreifens leben vertriebene Familien aus Kriegen der Palästinenser mit Israel, die bis ins Jahr 1948 zurückreichen. Auf Videoaufnahmen sind schwere Zerstörung, tiefe Bombenkrater und ausgebrannte mehrstöckige Gebäude zu sehen. Menschen graben mit bloßen Händen in Trümmerhaufen auf der Suche nach Angehörigen.

Der Sprecher des israelischen Militärs, Richard Hecht, bestätigte im Sender CNN den Luftangriff auf das Flüchtlingslager. Hecht sagte, ein ranghoher Hamas-Kommandant habe sich in dem Gebiet aufgehalten. „Wir gehen der Sache nach und werden weitere Informationen vorlegen, sobald wir wissen, was dort passiert ist.“

Tunnelanlagen sind wichtiges Ziel

Während des vergangenen Tages seien schätzungsweise 300 Ziele angegriffen worden, einschließlich Rampen zum Abschuss von Raketen und andere militärische Einrichtungen der Hamas, erklärte das israelische Militär. Die israelischen Soldaten hätten zudem „Terroristen“ getötet, das Vorgehen sei von der Luftwaffe unterstützt worden.

Die Tunnelanlagen im Gazastreifen gelten als wichtiges Ziel der israelischen Bodenoffensive, da die Hamas von dort aus ihre Angriffe auf Israel steuert. Zudem wird vermutet, dass sich zumindest einige der von der Hamas in den Gazastreifen verschleppten etwa 240 Geiseln dort aufhalten könnten. Das Vorgehen der israelischen Armee in dem palästinensischen Küstenstreifen ist Vergeltung für die Angriffe von Hamas-Kämpfern auf israelische Zivilisten am 7. Oktober, bei denen nach israelischen Angaben mehr als 1400 Menschen getötet wurden. Wegen der israelischen Angriffe hat sich die humanitäre Lage im Gazastreifen dramatisch verschärft.

Nach Angaben des israelischen Militärs reagierte die Hamas mit Raketenbeschuss. Laut Zeugenaussagen nahm Israel die Hauptverbindungsstraße im Gazastreifen von Norden nach Süden unter Beschuss und griff Gaza-Stadt von zwei Seiten aus an. Der militärische Arm der Hamas, die Qassam-Brigaden, berichtete von Gefechten mit israelischen Streitkräften, die im Süden des Gazastreifens eingedrungen seien. Im Nordwesten seien zwei israelische Panzer und ein Bulldozer angegriffen worden.

Netanjahu lehnt Feuerpause weiter ab

Die Angaben beider Seiten können unabhängig nicht überprüft werden. Laut den von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörden sind seit dem 7. Oktober in dem Gebiet 8525 Menschen getötet worden, darunter 3542 Minderjährige. Vertretern der Vereinten Nationen zufolge sind mehr als 1,4 Millionen Menschen auf der Flucht. Im dicht besiedelten Gazastreifen leben rund 2,3 Millionen Menschen. Wegen der eskalierenden Lage werden die Rufe nach einer Feuerpause immer lauter. Auch die US-Regierung hat sich entsprechend geäußert.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu lehnt dies aber ab. Am Montagabend betonte Netanjahu auf einer Pressekonferenz, es bleibe das Ziel Israels, die Hamas zu vernichten. Er räumte dabei ein, in jedem Krieg gebe es ungewollte zivile Opfer. Israels Angriff auf den Gazastreifen sei ein Kampf zwischen „Zivilisation und Barbarei“.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Unicef, warnte unterdessen vor Wassermangel. Nur noch eine Entsalzungsanlage sei im Gazastreifen in Betrieb und diese erreiche nur fünf Prozent ihrer Kapazität. Zudem würden die Abwasser-Aufbereitungsanlagen nicht mehr laufen. Der Mangel an sauberem Wasser und hygienischer sanitärer Einrichtungen drohe sich zu einer Katastrophe zu entwickeln.

Zudem erreichten nach UN-Angaben weit weniger Lastwagen mit Hilfsgütern als nötig den Gazastreifen über den Grenzübergang Rafah von Ägypten aus. Die zivile Ordnung in dem Küstenstreifen sei zusammengebrochen. Menschen versuchten, UN-Lagerhallen zu stürmen, um an Nahrungsmittel zu gelangen. „Es ist ein Desaster, das zu dem anderen Desaster hinzukommt“, sagte Rick Brennan von der Weltgesundheitsorganisation WHO. Es werde immer schwieriger die gesundheitlichen Bedürfnissen gerecht zu werden

Die Lage der Geiseln im Gazastreifen blieb unklar. Die israelische Regierung erklärte, ein Abkommen zur Geiselfreilassung sei nicht in Sicht. Beobachter befürchten, dass das Vorgehen der israelischen Streitkräfte Chancen für eine Freilassung weiter mindert. Nach Hamas-Angaben kamen bereits 50 der Geiseln ums Leben.

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