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#„Nicht Zeitgeist nachgeben“: Macron will französische Sprache vor dem Gendern bewahren

Auch in Frankreich wird über geschlechtergerechte Sprache diskutiert. Das Gendern ist in der Verwaltung nicht erlaubt – bald könnte das noch durch ein eigenes Gesetz unterstrichen werden. Der Präsident unterstützt das Vorhaben.

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat am Montag davor gewarnt, im Streit um gendergerechte Sprache „dem Zeitgeist nachzugeben“. Bei der Einweihung des ersten Museums für die französische Sprache im Jagdschloss von Villers-Cotterêts versprach der Staatschef, „die französische Sprache vor den Auswüchsen der sogenannten inklusiven Schreibweise schützen“ zu wollen.

Michaela Wiegel

Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

Die Stärke der französischen Syntax bestehe darin, dass sie sich nicht dem Zeitgeist beugt, sagte Macron unter großem Applaus. „In unserer Sprache umfasst das Maskulinum das Neutrum. Man braucht keine Punkte in der Mitte der Wörter oder Bindestriche hinzuzufügen, um sie lesbar zu machen“, sagte Macron. Im Senat wird diese Woche über einen Gesetzentwurf der rechtsbürgerlichen Mehrheit beraten, mit dem Gendern in Gesetzestexten, aber auch in Gebrauchsanweisungen, Arbeitsverträgen und anderen Alltagsdokumenten verboten werden soll.

Die öffentliche Debatte ums Gendern wird in Frankreich seit Jahren erhitzt geführt. Die französische Sprache hält dabei noch mehr Kritikpunkte für Feministinnen als die deutsche Sprache bereit. Eine Grammatikregel etwa besagt, dass das Maskulinum das Femininum dominiert. Das gilt auch, wenn in einer Aufzählung nur ein einziges maskulines Nomen auftaucht. Die Regel geht auf die Académie Francaise zurück, die entschied, das Maskuline sei zu privilegieren. Bis heute wachen die „Unsterblichen“ der Académie darüber, dass die Regel eingehalten wird.

Die Académie Francaise hat die Gendersprache als „tödliche Gefahr“ für das Französische gebrandmarkt. Macron hatte bislang immer einen Mittelweg gewählt und bei Ansprachen etwa „Franzosen und Französinnen“ angesprochen. Im zentralistischen Bildungswesen sind gendergerechte Sprachformen untersagt. Aber die französische Linke wirbt dennoch für die Feminisierung des französischen Vokabulars. Das gilt insbesondere für Berufsbezeichnungen. Die grüne Partei gendert genauso wie ihre deutsche Schwesterpartei. Aber im französischen Außenministerium ist, anders als im Auswärtigen Amt, das Gendern verboten. Eine große öffentliche Debatte führte der Wörterbuchverlag Le Robert herbei, als er das genderneutrale Personalpronomen „iel“ in den Wortschatz aufnahm. Wochenlang wurde darüber diskutiert, ob ein Wörterbuchverlag das darf.

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