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#Olympiateilnehmer suchen die Isolation vor Peking

Olympiateilnehmer suchen die Isolation vor Peking

Wegen der strengen Regularien Chinas bei der Bewertung von Corona-Tests sind die Mitglieder der deutschen Olympiamannschaft aufgerufen, soziale Kontakte strikt zu reduzieren und dazu wenn möglich sogar Wettkämpfe abzusagen. Falls Athleten und Athletinnen jetzt noch positiv getestet würden und aufgrund dieses Positiv-Tests nicht einreisen könnten, sagte der deutsche Olympiaarzt Bernd Wolfarth am Dienstag, könne eine gewisse Wettbewerbsverzerrung entstehen.

In einer Mail vom Dienstag fordern Delegationsleiter Dirk Schimmelpfennig und Wolfarth „alle Mitglieder von Team D und damit auch uns selbst auf, in den verbleibenden Tagen vor dem Abflug nach Peking unsere täglichen Abläufe nochmals auf Risiken zu überprüfen und ggfs. Kontakte noch stärker zu reduzieren“. In einigen besonderen Fällen hätten Athleten, etwa im Ski-Langlauf, „sich auf ärztlichen Rat entschieden, auf Wettkämpfe zu verzichten“. Das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) habe beschlossen, die Nominierungskriterien entsprechend anzupassen: „Besondere Zeiten erfordern hier auch eine besondere Fürsorge.“ Die deutsche Olympiamannschaft besteht aus 150 Sportlerinnen und Sportlern sowie 170 Trainern und Betreuern. Die Winterspiele beginnen am 4. Fe­bruar. Erste Mitglieder des deutschen Teams fliegen bereits am 21. Januar nach Peking.

Athleten und Betreuern werden die Einreise nach China und der Eintritt in die Olympia-Blase verweigert, falls sie nicht eine vollständige Impfung sowie zwei negative PCR-Tests, nicht älter als 72 Stunden vor der Abreise, nachweisen können. Einem weiteren PCR-Test haben sie sich beim Eintreffen am Flughafen zu unterziehen. Anschließend werden sie täglich getestet werden. Bei all diesen Analysen muss der Ct-Wert nach Sicht der Chinesen wenigstens bei 40 liegen, um die Einweisung in ein Krankenhaus oder, falls keine Krankheitssymptome vorliegen, die Verordnung von Quarantäne zu vermeiden. Solcherart Gefahr zu laufen, die Olympiateilnahme zu gefährden, ist nach Darstellung von Wolfarth, Leiter der Sportmedizin an der Berliner Charité, bis zu vierzehn Tage nach einer überstandenen Corona-Infektion möglich. Betroffene stellten aus seiner Sicht aber dann längst kein Infektionsrisiko mehr dar. Theoretisch dürfen Athleten auch ungeimpft nach Peking einreisen; die dafür vorgeschriebene Quarantäne von 21 Tagen dürfte aber ein Ausschlusskriterium sein. Alle Mitglieder der deutschen Mannschaft sind laut Wolfarth vollständig geimpft, ein sehr hoher Anteil geboostert.

„Hohes Vertrauen in das Verfahren“

Gegen den von den Chinesen festgelegten hohen Ct-Grenzwert von 40 haben offenbar europäische und nordamerikanische Verbände protestiert. In Deutschland gibt das Robert-Koch-Institut einen Grenzwert von 30 an, von dem an kein Infektionsrisiko mehr bestehen soll; die Weltgesundheitsorganisation WHO nennt 37. Wolfarth sagte am Dienstag in einer Videokonferenz des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaft Leipzig (IAT), die Einrichtung eines Medical Expert Panel durch das IOC sei der richtige Weg, um bei der Beurteilung von Einzelfällen für Augenmaß zu sorgen. Es sei möglich, dass ein genesener Athlet zweimal negativ, beim dritten Mal aber schwach positiv getestet werde. In einem solchen Fall würde die deutsche Mannschaft bei den Spielen einen Re-Test beanspruchen. Der hohe Grenzwert sei keine medizinische, sondern eine politische Entscheidung.

Zudem schwankten die Werte abhängig von den Analysemaschinen. Am Wochenende hatte der Alpindirektor der Deutschen Skiverbandes (DSV), Wolfgang Maier, kritisiert: „Du wirst als positiv gewertet, wenn du gar nicht mehr infektiös bist. Das finde ich persönlich nicht in Ordnung, dass man da von Seiten der internationalen Verbände nicht eine klare Forderung stellt.“ Der Willkür seien Tür und Tor geöffnet, sagte er im „Deutschlandfunk“: „Du weißt als Sportler nie, ob du morgen aus dem Wettkampf rausgezogen wirst.“ Wolfarth berichtete, dass von den eine Million Tests bei den Sommerspielen von Tokio im vergangenen Jahr lediglich 320 positiv gewesen seien; 120 betrafen Athleten und Betreuer, 200 japanische Freiwillige und Beschäftigte. Diese sehr wenigen Fälle, schreiben er und Schimmelpfennig, seien mit engmaschigen Nachtestungen und guter Kommunikation unter Mithilfe des IOC gelöst worden, „so dass wir auch hohes Vertrauen in das in Peking analog organisierte Verfahren mit einer verantwortlichen, international besetzten Expertengruppe (MEP) haben. Leichtfertig und grundlos wird es auch in Peking keine Einschränkungen für Athlet*innen bei Training und Wettkampf geben.“

Zur Olympiamannschaft Deutschlands gehören fünfzehn Ärztinnen und Ärzte sowie drei Sportpsychologen. Diese dürften nicht nur für die Fokussierung der Sportlerinnen und Sportler auf die Wettkämpfe – laut Umfrage eine Schwierigkeit in Tokio – zuständig sein, sondern auch für die Betreuung in Isolation. Wer als Kontaktperson von Infizierten auffällt, soll zwar in ein Einzelzimmer umziehen und allein essen, darf aber, solange die Tests negativ bleiben, trainieren und an Wettbewerben teilnehmen.

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