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#Schwach in der grünen Hochburg

„Schwach in der grünen Hochburg“

Den Ausgang der Heidelberger Oberbürgermeisterwahl hatten sich die Grünen anders vorgestellt. Sie wollten eigentlich nach den Niederlagen in Freiburg 2018 und in Konstanz 2012 sowie den Turbulenzen um Boris Palmer in Tübingen einmal wieder in einer Universitätsstadt politisch Flagge zeigen. Zuletzt war es den Grünen nur gelungen, in mittelgroßen Städten wie Göppingen oder Böblingen OB-Wahlen zu gewinnen. Theresia Bauer setzte auf Risiko, gab ihr Amt als Wissenschaftsministerin auf und musste am Sonntagabend lernen, dass Risikofreude sowie ihre Bekanntheit nicht genug waren: Bauer bekam nur 28,6 Prozent der Stimmen, der parteilose und von CDU und FDP unterstützte Amtsinhaber Eckart Würzner erhielt 45,9 Prozent. Sören Michelsburg (SPD) kam auf 13,5 Prozent.

Weil der seit 16 Jahren regierende Würzner die absolute Mehrheit knapp verfehlt hat, muss am 27. November ein weiteres Mal gewählt werden. In Baden-Württemberg gibt es derzeit bei OB-Wahlen keine Stichwahl, es können folglich neben Würzner und Bauer weitere und auch neue Kandidaten antreten. Die Chancen für Bauer, bei der Wahl in zwei Wochen zu gewinnen, sind überschaubar: Am Sonntag konnte sie von den 15 Heidelberger Stadtteilen nur in der Weststadt gewinnen. In anderen Stadtteilen mit stabilen grünen Wählermilieus, wie Bergheim oder der Bahnstadt, siegte Würzner. Auch die Unterstützung aus der Universität, die Bauer als Ministerin immer besonders gut behandelt hatte, fiel gemischt aus: Rektor Bernhard Eitel hatte vor der Wahl mit Bauers Wissenschaftspolitik öffentlich abgerechnet.

Nachdem Theresia Bauer den Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) sowie ihre Fraktion über die beabsichtigte Kandidatur informiert hatte, wurde das öffentlich als mutig gelobt. Intern waren einige irritiert: Ist es lohnend, eine prominente Grüne in einen eher aussichtslosen Wahlkampf gegen einen erfolgreich arbeitenden, international für Klimaschutz engagierten schwarz-grünen Oberbürgermeister zu schicken? „Als Kretschmann, Würzner und die frühere Umweltministerin Svenja Schulze in Heidelberg auf einer Konferenz zum Klimaschutz sprachen, hielt Würzner die grünste Rede“, erinnert sich ein Kommunalpolitiker aus Heidelberg.

Aus dem Realo-Lager heißt es nun, Bauers Niederlage zeige, wie herausragend Boris Palmers Sieg in Tübingen Ende Oktober gewesen sei. Den Grünen sei es nach einem Jahrzehnt in der Landesregierung nicht gelungen, ihren Einfluss in den politischen Vorfeldorganisationen zu mehren und für Persönlichkeitswahlen das richtige Personal zu finden. „Alle, die ihren Landtagswahlkreis direkt gewonnen haben, vergessen gern, dass sie das Kretschmanns Popularität zu verdanken haben“, sagt ein Grüner.

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