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#Showdown in Stadelheim

„Showdown in Stadelheim“

Zweieinhalb Jahre nach der spektakulären Pleite des Wirecard-Konzerns treffen sich die wichtigsten Protagonisten vor Gericht. Am Donnerstag beginnt im Hochsicherheitssaal der Münchner Justizvollzugsanstalt der Mammutprozess um den Jahrhundertbetrug. Nur einer fehlt.

Markus Braun – Mr. Wirecard

In den angeblich guten Jahren von Wirecard inszenierte sich Markus Braun als Wiedergänger von Apple-Chef Steve Jobs. Er trug wie dieser gern dunkle Rollkragenpullover und pries die Segnungen der digitalen Zukunft. Doch für die Staatsanwaltschaft München ist der Häftling Braun ein gewöhnlicher Ganove, zugegeben einer, der den wohl spektakulärsten Betrugsskandal in Deutschland zu verantworten hat.

Der 53 Jahre alte Österreicher soll Kopf einer kriminellen Bande gewesen sein. Die Ermittler werfen ihm Betrug, Untreue, Bilanzfälschung und Marktmanipulation in 26 Fällen vor. Er soll aus dem Start-up, das nach der Jahrtausendwende Geld mit der Zahlungsabwicklung für die Porno- und Glücksspielindustrie verdiente, eine Betrugsfirma gemacht haben, der 2018 sogar der Aufstieg ins Elitesegment der Deutschen Börse gelang. Tatsächlich verdrängte Wirecard die Commerzbank aus dem Dax und war zeitweise mehr wert als die Deutsche Bank – und Braun, dem gut 7 Prozent der Anteile gehörten, war Milliardär.

Sitzt seit Juli 2020 in Untersuchungshaft: Markus Braun, ehemaliger Chef und lange die Lichtgestalt der insolventen Wirecard AG


Sitzt seit Juli 2020 in Untersuchungshaft: Markus Braun, ehemaliger Chef und lange die Lichtgestalt der insolventen Wirecard AG
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Bild: dpa

Braun hat in Wien Wirtschaftsinformatik studiert und heuerte nach seinem Examen bei einer Unternehmensberatung an. Als Berater kam er zu dem Münchner Fintech-Unternehmen, das eine virtuelle Kreditkarte entwickelte – die „Wire Card“ – und in finanziellen Schwierigkeiten steckte. Dort lernte er den zehn Jahre jüngeren Jan Marsalek kennen, der sich um die Technik kümmerte. Gemeinsam brachten sie Wirecard 2005 an die Börse; die Aktie kostete 1,30 Euro. Die Steigerung des Aktienkurses war fortan Antrieb für Braun, den viele Aktionäre „Mr. Wirecard“ nannten. Mit seinem zunehmenden Vermögen gewann er immer mehr an politischem Einfluss in seinem Heimatland. Er spendete an die wirtschaftsliberale Partei Neos in Österreich, dann unterstützt er 2017 den Wahlkampf der ÖVP. Der damalige Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) berief Braun später in sein Strategie- und Beratergremium „Think Austria“.

Seit der Wirecard-Pleite sitzt Braun, der Vater einer fünfjährigen Tochter ist, in Untersuchungshaft. Zum Prozess wurde er von der Justizvollzugsanstalt Augsburg-Gablingen nach Stadelheim verlegt. Braun streitet alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe ab. Er sieht sich vielmehr als Opfer des Betrugs, so wie Zehntausende andere Wirecard-Aktionäre.

Stephan von Erffa – Der Chefbuchhalter

Wenn der ehemalige Chefbuchhalter von Wirecard am Donnerstag vor Gericht seine persönlichen Angaben macht, wird er seinen vollen Namen nennen: Stephan Egilmar Hartmann Freiherr von Erffa, geboren 1974 in Kenia, ist Spross eines Adelsgeschlechts aus Thüringen.

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