#Und über allem wacht die Bahnhofsuhr

„Und über allem wacht die Bahnhofsuhr“ Die Fahrt durch Katalonien dauert fast zweieinhalb Stunden, immer wieder sieht man das Meer. Dann verliert man sich kurz in einem Tunnel, gleich da­nach kommt der Zug aus Barcelona unter einer hohen Halle aus Glas und Stahl zum Halten. Portbou, aussteigen. Das Bahnhofsgebäude, erbaut im Jahr 1878, ist ähnlich…

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#Am Anfang stand der Missbrauch von Heeresgerät

„Am Anfang stand der Missbrauch von Heeresgerät“ Es ist der entscheidende Vorzug dieses buchlangen Essays von Stephan Krass über das Radio und seine Zeit, dass es von einem Rundfunkhistoriker und -theoretiker stammt, der – als Redakteur des Südwestrundfunks in Baden-Baden – auf eine jahrzehntelange Praxis mit dem Medium zurückgreifen kann. Besonders wenn Krass die aktuelle…

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#Witstocks „Februar 1933“ zeigt Künstler in der NS-Zeit

„Witstocks „Februar 1933“ zeigt Künstler in der NS-Zeit“ Um es vorweg zu sagen: Dieses Buch ist ein großer Wurf, weit mehr als eine Fortschreibung von Titeln wie Florian Illies’ „1913“ oder Hans Ulrich Gumbrechts „1926“, die, historische Eckdaten mit kulturellen Umbrüchen verbindend, eine synchrone Dimension der Geschichte sichtbar machten: Ungleichzeitigkeit ist das richtige Wort dafür….

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#Spekulations-Hype oder artistische Avantgarde?

„Spekulations-Hype oder artistische Avantgarde?“ Als alle Welt sich im Lockdown an Computer, Tablets oder Smartphones klammerte und versuchte, digital am Laufen zu halten, was nur ging, ist es passiert: Für 60,25 Millionen Dollar, mit Aufgeld 69,3 Millionen, versteigerte Christie’s im Frühjahr online eine Collage aus Tausenden Digitalbildchen von Beeple alias Mike Winkelmann – und ein…

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#Ungeküsst im Plattenbau

„Ungeküsst im Plattenbau“ Buchstäblich auf der letzten Seite, der dreihundertdreiundvierzigsten, taucht plötzlich ein Engel auf. Und nicht irgendeiner, sondern der jüngste von allen, Angelus Novus, den nur Paul Klee einmal erblickt und gleich gezeichnet hat. Zum „Engel der Geschichte“ ernannt, wendet er bekanntlich bei Walter Benjamin sein Antlitz der Vergangenheit zu, einem wachsenden Trümmerberg, während…

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#Millionenbilder aus der Blockchain

„Millionenbilder aus der Blockchain“ Ein Kunstwerk, das physisch nicht existiert, weil es rein digital ist, dessen sichtbare Bestandteile überdies schon im Internet publiziert wurden, für jedermann abrufbar, wird bei Christie’s in New York online versteigert – und binnen Stunden klettert der Preis von hundert Dollar auf 2,4 Millionen. Einige Tage später liegt das Höchstgebot der…

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#Wie das Kaffeehaus zur Lebensform wurde

„Wie das Kaffeehaus zur Lebensform wurde“ Wer glaubt, ein Kaffeehaus sei so gut wie das andere, weiß nicht, wie schlecht Kaffee schmecken kann. Wer glaubt, es gehe im Kaffeehaus vor allem darum, wie der hier servierte Kaffee mundet, hat vermutlich noch nie eines von innen gesehen. Wer glaubt, das Kaffeehaus sei eine Angelegenheit von gestern,…

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#Ein Philosoph spielt Roulette

„Ein Philosoph spielt Roulette“ Beim melancholischen Blick auf seine Schriften fand Walter Benjamin schon im Juli 1932 nur noch eine „Trümmer- und Katastrophenstätte, von der ich keine Grenze absehen kann, wenn ich das Auge über meine nächsten Jahre schweifen lasse“. Behielt er auch recht mit seiner Prophezeiung, so hätte er eines doch nie zu erwarten…

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#Als diese Frauen sich das Schreiben eroberten

„Als diese Frauen sich das Schreiben eroberten“ Joseph Roth, der 1926 als Berliner Kulturkorrespondent der „Frankfurter Zeitung“ arbeitete, schrieb an seinen damaligen Ressortleiter Benno Reifenberg: „Die moderne Zeitung braucht Reporter nötiger als Leitartikler.“ Roth war einer jener Autoren, die nach dem Ersten Weltkrieg im Grenzbereich von Literatur und Journalismus eine moderne Schreibhaltung einzunehmen versuchten und…

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#Streit um Walter Benjamin-Gedenken

„Streit um Walter Benjamin-Gedenken“ Würde ein rechtsextremer Bürgermeister in der französischen Provinz ein Kulturzentrum abwickeln, dürfte man guten Gewissens auf die Barrikaden gehen. Erst recht, wenn es den Namen Walter Benjamin trägt. Wie aber ist zu reagieren, wenn das Kulturzentrum von einem rechtslastigen, als korrupt verschrienen Bürgermeister begründet wurde, eine kulturpolitische Nullnummer ist und der…

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