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#Welches Bundesland schlägt sich am besten?

"Welches Bundesland schlägt sich am besten?"

Wenn die Bundesländer in entscheidenden Fragen mal wieder in unterschiedliche Richtungen streben, wird in Deutschland gerne von einem Flickenteppich gesprochen. Viele Bürger sind dann unzufrieden. Seit Beginn der Corona-Pandemie hört man solchen Unmut in Gesprächen wieder vermehrt. Etwa dann, wenn etwa in Bayern andere Regeln gelten als in Berlin oder in Hessen.

Tim Niendorf

Seit Monaten schon streiten die Ministerpräsidenten über den richtigen Umgang mit dem Virus. Welche Einschränkungen sind notwendig? Und wie viele? Gestritten wurde über die Maskenpflicht in Schulen, über Sperrstunden, über Kontaktbeschränkungen, Beherbergungsverbote, über das richtige Maß an Einschränkungen und Lockerungen.

Viele sahen im Frühjahr etwa ein Fernduell zwischen Armin Laschet (CDU) und Markus Söder (CSU) aufziehen. Beide regieren mit Nordrhein-Westfalen und Bayern Bundesländer mit einer hohen Einwohnerzahl. Der eine, Laschet, will neuer Vorsitzender der CDU und Kanzlerkandidat der Union werden. Der andere, Söder, weicht der K-Frage stets aus. Und doch sehen in den Umfragen viele in ihm den geeignetsten Kanzlerkandidaten, gerade auch wegen seiner Corona-Politik.

Berlin auf einem traurigen Spitzenplatz

Doch wie schlagen sich eigentlich die Bundesländer seit dem Frühjahr im Vergleich? Eine einfache Antwort auf diese Frage gibt es nicht, zumal die Länder eine unterschiedliche Bevölkerungsstruktur haben und auch unterschiedlich groß sind. Die absoluten Fallzahlen führen also nicht weiter. Die Fallzahlen je Einwohner hingegen schon etwas mehr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) sammelt seit dem Frühjahr die Inzidenz der Länder je Kalenderwoche in einem Datenbestand, der fortlaufend aktualisiert wird und daher genauer ist als die Zahlen älterer Lageberichte, die das RKI täglich veröffentlicht.

Bei der Inzidenz handelt es sich um gemeldete Neuinfektionen je 100.000 Einwohner je Kalenderwoche. Zu Beginn der Pandemie in Deutschland, als die Zahl der täglichen Neuinfektionen schon einmal hoch war, verzeichneten zunächst Hamburg, dann Bayern und dann Bremen die höchste Inzidenz (siehe Grafik mit Stand 20. Oktober). Daraufhin folgten für einige Wochen, von kurzen Ausnahmen abgesehen, wechselweise Berlin und Nordrhein-Westfalen an der Spitze, im Spätsommer dann wieder Bayern. Seit kurzem liegt die Hauptstadt Berlin bei den Neufinfektionen klar vorne.

Bayern insgesamt aktuell vorne

Vor allem dicht besiedelte Länder, Städte und Regionen steht deshalb wohl ein harter Herbst und Winter bevor. Schon jetzt stehen Bundesländer mit höherer Einwohnerdichte bei den Neuinfektionen ganz vorne – und das eben nicht nur bei den absoluten Zahlen, sondern auch bei den Fällen je 100.000 Einwohner. Gleich acht Bundesländer haben in der vergangenen Woche eine Inzidenz von 50 oder mehr Neuinfektionen verzeichnet (Berlin, Bremen, Saarland, Hessen, NRW, Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg), so viele wie nie zuvor.

Die Online-Flatrate: F+


Bundesländer, die eher ländlich geprägt sind, haben hingegen niedrigere Infektionszahlen. Je weniger Einwohner, desto weniger Kontakte, und desto weniger und seltener überträgt sich das Virus von Mensch zu Mensch. Ein Grund, weshalb der Konflikt über den richtigen Umgang mit der Pandemie nicht selten zwischen Bundesländern mit hohen und solchen mit niedrigen Infektionszahlen verläuft.

Und so geht die Diskussion über die Corona-Maßnahmen weiter. Markus Söder etwa verlangt nun bundesweit einheitliche Regeln für die Maskenpflicht, die seiner Meinung nach für Schulen und öffentliche Plätze von einer Inzidenz von 35 an gelten soll. Söder war es auch, der Anfang Oktober Berlin den Ratschlag gab, strengere Maßnahmen zu veranlassen, weil die Lage in der Hauptstadt außer Kontrolle gerate. Mit der Warnung vor dem Kontrollverlust sollte er recht behalten. Doch nur zwei Wochen später steht nun auch sein eigenes Bundesland wieder im Fokus: Der oberbayerische Landkreis Berchtesgadener Land verzeichnete am Dienstag 236 Fälle je 100.000 Einwohner – die Region muss nun in den Lockdown. Die Kitas, Schulen und die Gastronomie müssen schließen, die Einwohner dürfen nur noch in Ausnahmefällen ihre Wohnungen und Häuser verlassen.

Tatsächlich ist Bayern auch dasjenige Bundesland, das im bisherigen Jahresverlauf mit knapp 617,8 zusammengerechnet auf die höchste Inzidenz kommt. Berlin liegt mit etwa 604,6 Fällen je 100.000 Einwohner aktuell auf Platz zwei. Und Nordrhein-Westfalen? Das von Armin Laschet regierte Land steht momentan mit einer Inzidenz von 519,1 auf Rang sechs. Doch wie schnell sich alles ändern kann, hat schon der Fall Gütersloh gezeigt, der vielen in Erinnerung geblieben ist. Der dortige massive Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies wuchs sich quasi über Nacht zu einem Infektions-Hotspot aus, der bundesweit traurige Berühmtheit erlangte.

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