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#Worauf sie bei ihren Anlageentscheidungen achten sollten

Worauf sie bei ihren Anlageentscheidungen achten sollten

Prognosen sind eine schwierige Sache, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. In diesem Jahr aber ist der Blick auf 2022 vielleicht besonders schwierig. Mit der Inflation ist plötzlich ein Phänomen für Investoren Wirklichkeit geworden, mit dem sich viele Jahre nur Ökonomen, und das nur sehr theoretisch, beschäftigt haben. Diese von der EZB ausgegebene Zahl des Inflationsziels von „nahe, aber unter 2 Prozent“, war über Jahre hinweg die Messlatte. Inzwischen sind wir in Deutschland bei über vier Prozent Inflation angekommen – dem höchsten Wert seit 28 Jahren. Nicht alle finden das besorgniserregend, sprechen von Nachhol- oder auch Basiseffekten, sehen die Inflation in wenigen Monaten schon wieder im Sinkflug. Die andere Gruppe aber warnt, dass so ein vorübergehendes Phänomen dann ganz schnell vielleicht doch zu einer Dauereinrichtung werden könnte, vor allem dann, wenn nun auch Gewerkschaften – wegen der Inflation – höhere Löhne erstreiten. Das Gespenst von der Lohn-Preis-Spirale geht um.

Inken Schönauer

Redakteurin in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

Für Anleger sorgt die Inflation für zu­sätzlichen Stress. Seit Jahren schon ist der Anlagedruck immens. Wo lässt sich noch ein gutes Investment finden, das eine einträgliche Rendite verspricht? Es hängt eine Menge daran, denn das Thema Altersvorsorge wird immer brisanter. Wenn nun das Geld auf Konten nicht nur nicht ordentlich angelegt wird, sondern auch noch von der Inflation geschmälert wird, dann wird es allmählich brenzlig.

Chancen 2022: Betongold, Gold und Nachhaltigkeit

In den kommenden Wochen wollen wir in unserer Serie „Chancen 2022“ etwas Orientierung bieten. Es soll um Ideen gehen, die die Anlageentscheidungen vielleicht etwas erleichtern. Natürlich wird es in einem Beitrag um das Thema Immobilien gehen. Lange galt das Betongold als die einzig wahre Alternative angesichts der so niedrigen Zinsen. Aber Ungemach zieht auf. In einer Studie der Schweizer Großbank UBS ist Frankfurt auf Platz 1 aufgestiegen: im globalen Ranking der Ri­siken für Immobilienblasen. Damit liegt die Mainmetropole vor Städten wie Toronto, Hongkong oder München. Das alles muss nicht bedeuten, dass die Blase mit einem großen Knall schon bald platzen muss. Es zeigt aber, welche Bewegung in den Immobilienmärkten herrscht und dass es längst nicht mehr nur die Mega-Cities sind, in denen hohe Immobilienpreise zu einem echten Problem werden können.

Auch das Gold wird in unserer Serie eine Rolle spielen. Es erfreut sich seit Jahren steigender Beliebtheit. Nicht zuletzt deswegen, weil man es anfassen kann und Gold als sehr wertbeständig gilt. Die Preise aber sind im Laufe des vergangenen Jahres immer wieder so in die Höhe geschossen, dass sich Anleger fragten: „Lohnt sich das eigentlich noch?“ Es wird bei der Goldanlage oft vergessen, dass Geld mit Gold nur dann verdient werden kann, wenn man es verkauft. Bei Aktien können Anleger auf Dividenden spekulieren, bei Immobilien mit Mieteinnahmen rechnen. Wer selbst in seiner Immobilie wohnt, spart die Miete. Gold aber bringt über die Dauer des Besitzes nichts ein. Für wen sich die Goldanlage trotzdem lohnt, das wollen wir in einem der nächsten Serienbeiträge klären.

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