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#Der härtere Rivale Söders

Der härtere Rivale Söders

Am 29. August sollte Markus Söder im Sommerinterview der ARD ein paar kurze Antworten geben. Mit Blick auf seine Auseinandersetzungen um den CSU-Vorsitz und das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten einerseits, auf die Kanzlerkandidatur andererseits, wurde er gefragt: „Wer war der härtere Rivale: Seehofer oder Laschet?“ Söder sagte nur ein Wort: „Schäuble.“ Das stand für einen Grundsatzkonflikt, der die Union mehr denn je begleiten wird.

Seit der Nacht vom 18. auf den 19. April gilt der inzwischen 79 Jahre alte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble Söder als entscheidender Grund dafür, dass er nicht Kanzlerkandidat geworden ist und dass die Union die Wahl verloren hat. Damals trafen sich Laschet und Söder jeweils mit kleiner Delegation zu jener inzwischen sagenumwobenen Nachtsitzung im Reichstag, in der geklärt werden sollte, wer Kandidat wird. Söder konnte sich nicht durchsetzen. Die CSU versuchte unmittelbar darauf, die Deutungshoheit zu übernehmen. Dabei wurde Schäubles Rolle als wesentlich für die Entscheidung gegen Söder dargestellt.

Einigermaßen unstrittig ist, dass Schäuble als Erster sprach. Doch schon davon, ob er darum gebeten wurde oder von sich aus eröffnete, gibt es unterschiedliche Darstellungen. Jedenfalls bekräftigte er seine bei anderer Gelegenheit schon geäußerte Überzeugung, wenn Söder Laschet die Kandidatur überließe, würde das ihm und der CSU keinen Schaden zufügen. Käme es andersherum, so wäre nicht nur der erst wenige Monate zuvor zum CDU-Vorsitzenden gewählte Laschet beschädigt, sondern die CDU.

Markus Söder im April in München


Markus Söder im April in München
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Bild: AP

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hatte Schäuble gebeten, dabei zu sein. Das Treffen fand auf der sogenannten Präsidialebene statt, nicht weit von Schäubles Büro entfernt. Der Fraktionssaal von CDU und CSU wäre der neutralere Ort gewesen. Zur spätabendlichen Bewirtung gab es lediglich Mineralwasser, der Mund-Nasen-Schutz durfte abgesetzt werden. Sowohl Laschet als auch Söder machten ihren Anspruch, zu kandidieren, offensiv deutlich. Als man sich in den frühen Morgenstunden trennte, hatte es keine Einigung gegeben, die CDU wusste nicht, wie Söder auf das Beharren Laschets am nächsten Tag reagieren würde.

Söder streckte bekanntlich die Waffen. Niederlagen sind nicht gerade seine Lieblingsdisziplin. Auch als die Wahl verloren war, zeigte Söder, dass seine Wut auf Schäuble noch nicht verraucht ist. In einer Rede zum 80. Geburtstag des früheren CSU-Chefs Edmund Stoiber gab der CSU-Vorsitzende am 1. Oktober Schäuble eine Mitschuld daran, dass Stoiber bei der Bundestagswahl 2002 nicht gewann. Schäuble habe die Union im Streit um den Irak-Krieg zu nah an die Position der amerikanischen Regierung geschoben. Manch einer mache die Fehler immer wieder, lautete Söders Kommentar.

Söder hat oft genug gezeigt, dass er sich Laschet überlegen fühlt. Seine Fixierung auf Schäuble könnte einen Grund darin haben, dass er eine Niederlage gegen den großen alten Mann der Union, der länger im Bundestag sitzt als jeder andere, der schon mit Kohl und Merkel um die Macht gerungen hat, für erträglicher hält als eine Niederlage gegen Laschet. Doch es steckt mehr dahinter. Nach schweren Niederlagen reagieren Parteien häufig nach einem ähnlichen Schema. Ist der erste Schock überwunden, beginnt die Suche nach den Ursachen und den Schuldigen. Die Union ist jetzt, zwei Wochen nach der Bundestagswahl, endgültig an diesem Punkt angekommen. Die Handschuhe werden ausgezogen, die Schläge werden härter.

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