#Der Mann fürs Radikale in der Europawahl

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Der AfD-Politiker Maximilian Krah hat in seinem Whatsapp-Profil den Satz eingetragen: „Man muss die Leute mögen!“ Die Frage ist nur, welche Leute. In seiner eigenen Partei mag Krah etwa den Bundessprecher Tino Chrupalla und den thüringischen AfD-Chef Björn Höcke. Mit ihrer Hilfe ist Krah am Samstag zum Spitzenkandidaten der AfD zur Europawahl gewählt worden. Bundessprecherin Alice Weidel hatte sich zuvor auffallend zurückgehalten mit Lob für Krah. Sie sah das Risiko, das er an der Spitze darstellt.

Denn der promovierte Jurist Krah ist zwar einerseits intelligent, eloquent und seit 2019 Abgeordneter im EU-Parlament, somit erfahren. Das ist nützlich, denn die AfD will einen „Generationenwechsel“ in Brüssel, wie Chrupalla am Freitag sagte. Viele neue Leute sollen ein neues Team bilden; das aktuelle ist zerstritten.

Krah unterstützte Zemmour statt Le Pen

Krah bringt die nötige Erfahrung mit – und ist dazu noch Mitglied des Bundesvorstands. Allerdings steht er auch im Ruf, unberechenbar zu sein. Der Abgeordnete wurde von der Fraktion, der die AfD-Delegation in Brüssel angehört, mehrfach suspendiert; unter anderem wegen Betrugsverdachts und wegen seiner Nähe zu Rechtsextremen.

Er hatte im französischen Wahlkampf Éric Zemmour unterstützt statt der im Vergleich gemäßigteren Marine Le Pen. Deren Partei gehört der Fraktion an, in der auch die AfD sitzt. Krah verteidigt sich zwar: AfD-Kollegen hätten ihn bei der Fraktionsführung angeschwärzt. Doch diese sah keinen Anlass, sich auf seine Seite zu schlagen.

Auch in Deutschland hat Krah erkennen lassen, dass er auf Selbstverharmlosung verzichten wird. Er ist ein Wortführer der Völkischen in seiner Partei. Gerade ist sein Buch „Politik von rechts“ im Verlag des Rechtsextremisten Götz Kubitschek erschienen, und auch sein eigener Name erschien schon in Berichten des Verfassungsschutzes.

Auch in sozialen Medien erregt Krah Aufsehen mit seinen Botschaften; kürzlich empfahl er jungen Männern, rechts zu sein, dann klappe es auch mit der Freundin. Krah, der katholisch ist, hat acht Kinder von drei Frauen.

Auch jenseits der AfD macht der 46-jährige Sachse – geboren in der Oberlausitz, wohnhaft in Dresden – keinen Hehl aus seiner Gesinnung. Er vertrat vor Gericht unter anderem den früheren Bischof der Piusbruderschaft Richard Williamson, der den Holocaust geleugnet hatte, sowie den als „Hutbürger“ bekannt gewordenen ehemaligen LKA-Mann, der auf einer Pegida-Demo Journalisten anpöbelte, und jene Männer, die 2016 in Sachsen einen irakischen Flüchtling an einen Baum fesselten.

Krah gilt als Putinversteher und EU-Verächter. Mit ihm an der Spitze der Europaliste wird die AfD die Konfrontation mit der EU ­suchen.

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