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#Spektakel mit silbernem Abschluss

„Spektakel mit silbernem Abschluss“

Das erste Tänzchen wagte der Pirat des Stabhochspringens erst nach seinem fünften Sprung des Abends. Da hatte Bo Kanda Lita Baehre, der stets ein schwarzes Tuch um den Kopf trägt, die Höhe von 5,75 Meter im zweiten Versuch überwunden – und sich somit schon mal einen Platz unter den Topathleten des Abends gesichert.

Einen exaltierteren Ausdruckstanz legte er dann zwei Sprünge später auf die Bahn: auch 5,85 Meter meisterte der 23-Jährige aus Düsseldorf im zweiten Versuch – und schob sich unmittelbar auf den Silberrang nach vorne. Nur der schwedische Überflieger Armand Duplantis hatte diese Höhe bereits auf Anhieb überwunden – in seinem zweiten Sprung überhaupt erst an diesem nasskalten Abend.

Alle anderen Konkurrenten dagegen mühten sich vergeblich: Der Norweger Lillefosse, der Franzose Collet, sogar der einstige Weltrekordhalter Lavillenie aus Frankreich – sie alle bissen sich die Zähne an 5,85 aus. Als dann auch der Niederländer Koppelaar riss, war Bronze für Lita Baehre sicher, als auch der zweite Norweger Guttormsen scheiterte, war es sogar Silber für den Deutschen. Seine Teamkollegen Torben Blech und Oleg Zernikel waren dagegen bereits an 5,65 gescheitert, belegten mit 5,50 die Plätze acht und zehn.

Kurz vor der EM den Trainer gewechselt

Schon vor dem Finale hatte Lita Baehre, Sohn einer deutschen Mutter und eines kongolesischen Vaters, eine forsche Ansage gewagt: „Ich habe eine Medaille im Kopf – und das ist natürlich die goldene. Dafür werde ich alles geben.“ Als es ihm dann tatsächlich gelungen war, dankte er dem Publikum im Münchner Olympiastadion: „Das ist wirklich phänomenal“.

Erst kurz vor der EM hatte der 23-Jährige seinen Trainer gewechselt, vertraute sich nun dem Münchner Chauncey Johnson an, der ihm zunächst als Stadtführer diente und ihn dann zu einer EM-Medaille coachte. „Es ist ein guter Mann an meiner Seite. Unsere erste Meisterschaft zusammen, das ist eine Ehre“, sagte Lita Baehre. Bei der WM in Eugene (USA), wo er Platz sieben belegte, war er im Juli noch von Bundestrainerin Christine Adams trainiert worden.

An dem nasskalten Augustabend stand er nun im Mittelpunkt – und wusste alle Augen des Olympiastadion-Publikums auf sich: Bo Kanda Lita Baehre aus Düsseldorf – neben Armand Duplantis, dem Welt- und Europameister, Olympiasieger und Weltrekordhalter.

Beherzt zu Silber: Lea Meyer


Beherzt zu Silber: Lea Meyer
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Bild: Reuters

5,90 Meter hatte Lita Baehre in diesem Jahr schon einmal übersprungen, doch nun bei der EM scheiterte er an dieser Wand. Duplantis dagegen meisterte sie auf Anhieb. Sein letzter Herausforderer pokerte, ließ 5,95 auflegen – konnte sie aber ebenfalls nicht überwinden. Duplantis dagegen wäre nicht Duplantis, würde er sich davon beeindrucken lassen: auch diese Höhe nahm er auf Anhieb.

Überraschendes Silber auch für Lea Meyer

Lita Baehre konnte auch mit seinem letzten verbliebenen Versuch über 5,95 nicht mehr kontern – und durfte sich über seinen zweiten Platz freuen. Armand Duplantis hatte gewonnen, wollte aber natürlich noch einen Sprung für die Galerie zeigen: er ließ die Latte auf 6,06 legen – und meisterte auch diese auf Anhieb. Erst dann hatte der Überflieger genug und ließ sich von seinen Konkurrenten beglückwünschen.

Lita Baehre dagegen rannte bei seiner Ehrenrunde im Ziel einer weiteren deutschen Medaillengewinnerin in die Arme: Hindernisläuferin Lea Meyer war über 3000 Meter Hindernis völlig überraschend auf Platz zwei gerannt. Die Läuferin aus Köln musste sich in persönlicher Bestzeit von 9:15,35 Minuten nur Luiza Gega (9:11,31) aus Albanien geschlagen geben. Noch bei der WM in Eugene war Meyer kopfüber in den Wassergraben gefallen. Davon unbeeindruckt lief sie ein couragiertes Rennen, schob sich früh unter die ersten Drei und auf der Schlussrunde sogar noch auf den Silberrang.

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