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#Wo aus Urlaubsträumen Reisen werden

Wo aus Urlaubsträumen Reisen werden

Urlaub, mehr als nur ein Traum. Noch im Mai öffnen sich Regionen nach langer Corona-Pause für Touristen. Schon Pfingsten am Ostseestrand, am Nordseedeich oder am Plöner See – das wird in Schleswig-Holstein möglich. Das nördlichste Bundesland gibt den Urlaub für Landkreise frei, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz weniger als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner ausweist.

Und das heißt bei den aktuellen Zahlen: Das ganze Bundesland ist wieder bereisbar. Anderswo gibt es noch nicht so viele Lockerungen, regiert die Vorsicht. Vorerst führt die Urlaubsplanung zu einem Flickentepppich – sowohl für das Inland, erst recht für das Ausland

Schleswig-Holstein öffnet hierzulande am stärksten. Im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung erklärte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), dass nicht nur Hotels, Gaststätten und Ferienwohnungen vom 17. Mai öffnen dürfen. Auch Freizeitparks und Ausflugsschiffe sollen – unter Schutzmaßnahmen – wieder starten dürfen. Schleswig-Holstein weist auch seit Wochen durchgehend die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz aller 16 Bundesländer aus.

Für das gesamte Land lag der Wert am Mittwoch bei 55 Neuinfektionen je 100.000 Bürger in einer Woche. Doch schon im benachbarten Hamburg, der mit einer Inzidenz von 86 die zweitniedrigsten Werte liefert, wird noch nicht über den großen Tourismus gesprochen. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hält Hotels für Privatreisende weiter geschlossen.

Einfach losfahren und ankommen gilt nirgendwo

Mit den Lockerungen ganz im Norden zieht auch Bayern ganz im Süden mit. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat das Anlaufen des Tourismus zum 21. Mai – dem Freitag vor Pfingsten – angekündigt. Allerdings liegt das Land bei der Inzidenz mit zuletzt 131 eher im deutschen Mittelfeld. Die Öffnung soll dort auch nur für Gebiete mit weniger als 100 Neuinfektionen gelten, das Ostallgäu, Teile des Bayerischen Waldes und des Alpenvorlands wären nach den aktuellen Zahlen nicht bereisbar.

Auf nach Sylt: Der Autozug zur Insel füllt sich wieder mit Wagen von Besuchern.


Auf nach Sylt: Der Autozug zur Insel füllt sich wieder mit Wagen von Besuchern.
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Bild: dpa

Einfach losfahren und ankommen gilt trotz der Öffnungen aber nirgendwo. Schleswig-Holsteins Regierungschef Günther hat schon klargemacht, dass für die Anreise und für den Restaurantbesuch ein Nachweis für einen negativen Test oder ein Impfbeleg nötig sein wird. Auch eine Maske wird vielerorts zu tragen sein. Niedersachsen erlaubt Beherbergungsbetrieben zunächst bis Ende Mai sogar nur, Bürger aufzunehmen, die in dem Bundesland wohnen, das allerdings von den Bergen im Harz bis zu den Stränden der Ostfriesischen Inseln reicht. Da für Hotels zusätzlich eine Auslastungsgrenze gelten soll, zweifelt der Hotelverband Dehoga schon, ob unter den Auflagen die Öffnung für jeden Betrieb überhaupt lohnt.

Mecklenburg wartet noch ab

Kein Urlaub ist zunächst in Mecklenburg-Vorpommern möglich, das zuletzt Schleswig-Holstein und Niedersachsen den Rang als beliebteste Küstenziel abgenommen hatte. Seit Mittwoch dürfen vollständig Geimpfte aus anderen Bundesländern als Tagestouristen kommen oder ihre Zweitwohnung aufsuchen, Quartier beziehen in Hotel oder Ferienwohnung, ist aber noch ausgeschlossen. Wie Landesgesundheitsminister Harry Glawe (CDU) sagte, zum 22. Mai – und somit gerade noch rechtzeitig für Pfingsten weitere Schritte erfolgen.

Zumindest bislang galt das Ziel, erst eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50 zu erreichen, bevor das große Urlauben wieder auflaufen darf. Allerdings wächst der Druck, davon abzuweichen. Der CDU-Landesvorsitzende Michael Sack warnte schon, dass das Bundesland im Tourismus abhängt werden könnte. „Während jedermann mit einem negativen Testergebnis auf Sylt im Restaurant essen darf, darf man Mecklenburg-Vorpommern nur in Ausnahmefällen überhaupt betreten“, sagte er.

Noch freie Zimmer für den Sommer

Die Tourismusbranche wartet derweil noch auf den großen Buchungswelle. Der Deutsche Ferienhausverband meldete, dass 63 Prozent der Anbieter weniger Sommerbuchungen bekommen haben, als vor einem Jahr. Und Erfahrungen in schon laufenden Modellprojekten in Schleswig-Holstein, zum Beispiel in Nordfriesland mit Sylt, hatten gezeigt, dass zwar Gäste kommen, ein Ansturm wie nach dem Ende der ersten Lockdowns vor einem Jahr blieb aber aus.

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