#Rezension von Nuran David Calis' Leipziger Inszenierung des „ Arturo Ui“

Eine Truppe Weißclowns treibt es in Chicago kunterbunt: Nuran David Calis inszeniert Brechts „Arturo Ui“ am Schauspiel Leipzig. Bertolt Brechts dramatische Parabel „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“, verfasst 1941 im Exil, uraufgeführt erst 1958, zwei Jahre nach dem Tod des Autors, bietet kurz vor Schluss ein Oxymoron. Giuseppe Givola, das brechtsche Bühnenäquivalent zu Joseph…

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#Der kaputte Osten und der Sex

Nicht an den selbstgefälligen Moralisten aus den schwarzen Wäldern, an Bertolt Brecht, denkt Florian Havemanns Schriftsteller-Erzähler bei „B.B.“, sondern an den Sex-Star des Nouvelle-Vague­-Kinos, der in Jean-Luc Godards Meisterwerk „Die Verachtung“ nackt auf einem Bett liegt, „ihren wundervollen Hintern zeigend, ihren Arsch, und ich sage hier Arsch, weil Brigitte Bardot ihre Pobacken, wie es in…

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#Am Anfang stand der Missbrauch von Heeresgerät

„Am Anfang stand der Missbrauch von Heeresgerät“ Es ist der entscheidende Vorzug dieses buchlangen Essays von Stephan Krass über das Radio und seine Zeit, dass es von einem Rundfunkhistoriker und -theoretiker stammt, der – als Redakteur des Südwestrundfunks in Baden-Baden – auf eine jahrzehntelange Praxis mit dem Medium zurückgreifen kann. Besonders wenn Krass die aktuelle…

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#Volkstum auf vergiftetem Boden

„Volkstum auf vergiftetem Boden“ Einen „wienerischen Untertreiber“ hat ihn sein ungarischer Kollege György Ligeti einmal genannt, mit austriakischer Lust am Sprach-Drahtseilakt das Paradoxon von kleiner Allüre und großer Wirkung pointierend. Denn Friedrich Cerha war der Typ des Bewegers, der das allemal Fragment bleibende Ganze von Kunst, Leben und Gesellschaft im Auge behielt. Ein untertreibender Umtreiber…

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#So bleibt der Salat tagelang knackig

„So bleibt der Salat tagelang knackig“ Man kennt das ja von Bertolt Brecht: Wir äßen so gern gesund, knackig, frisch – doch die Verhältnisse, die sind nicht so. Und weil die Zeit knapp ist bei einer schnellen Mittagspause oder einem Feierabendessen, gibt es entweder gar keinen Salat oder den geschnittenen aus der Plastikpackung. Oder wir…

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#Die Farbenlehre des Wunderkorns

„Die Farbenlehre des Wunderkorns“ Kein Gold und kein Silber suchten die großen Entdecker der frühen Neuzeit, sondern den kostbarsten aller Schätze: Pfeffer. Bild: Picture-Alliance Pfeffer ist seit fünftausend Jahren das Menschheitsgewürz schlechthin. Er hat die Welt verändert, unsere Weltkarte vollendet und steht selbst für ein wahres Weltreich der Aromen. Die Kolumne Geschmackssache. Das Große bleibt…

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#Partisanin im Schlagerhimmel

„Partisanin im Schlagerhimmel“ Milva probte gerade in Mailand mit dem Piccolo Teatro für die „Dreigroschenoper“, als sie einen Fuß falsch aufsetzte und in den Orchestergraben fiel. Sie erlangte ihr Bewusstsein erst in der Poliklinik in der Via Sforza wieder, das rote Haar dramatisch ausgebreitet auf der weißen Trage, mit der man sie in die Notaufnahme…

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#Was ist Faschismus?

„Was ist Faschismus?“ Die unabhängige Minsker Theatergruppe Kupalauzy präsentierte Ende März auf Youtube eine Neuinszenierung von Bertolt Brechts „Furcht und Elend im Dritten Reich“. Die Truppe besteht aus ehemaligen Schauspielern des Nationalen Janka Kupala Theaters, die im vergangenen August gekündigt hatten, nachdem der Direktor Pawel Latuschka entlassen worden war. Die mit dem Titel „Furcht“ (Strach)…

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#Ein Philosoph spielt Roulette

„Ein Philosoph spielt Roulette“ Beim melancholischen Blick auf seine Schriften fand Walter Benjamin schon im Juli 1932 nur noch eine „Trümmer- und Katastrophenstätte, von der ich keine Grenze absehen kann, wenn ich das Auge über meine nächsten Jahre schweifen lasse“. Behielt er auch recht mit seiner Prophezeiung, so hätte er eines doch nie zu erwarten…

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